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Nach Veröffentlichung ihres gleichnamigen Debütalbums (Hier geht’s zum Review) gehen CADET CARTER nun auf ihre erste Headlinertour. Kurz vor Tourstart hatte ich noch die Gelegenheit mit Sänger Nick Sauter zu telefonieren.

 

 

SABRINA: Hi Nick, cool das du Zeit hast.

NICK: Ja gerne, jederzeit.

SABRINA: Es geht jetzt bald los mit der Tour, oder? Seid ihr aufgeregt?

NICK: Ja, ohne Ende. Hier stehen die Telefone und Facebook Messenger nicht still, wo Leute wissen wollen, ob es noch Tickets gibt und ob noch ein Gästelistenplatz frei ist und du musst erst mal fragen für welchen Ort überhaupt. Und dann haben wir auch die Tour für nächste Woche zu planen von vorne bis hinten.

SABRINA: Macht ihr das echt selbst alles? Machen das nicht Mirko oder Alex (vom Label Uncle M – Anm. d. Red.), gerade mit der Gästeliste?

NICK: Doch, die helfen viel mit, aber am Ende müssen wir fahren. So banale Dinge wie um wieviel Uhr kommen wir an dem Hotel an bis zu wann soll denn die Vorband da sein - solche Sachen, die machen wir selbst. Das würde ja sonst immer über Bande gehen. Wenn Uncle M das machen würde, würden die ja ständig hier anrufen und sagen ‘Wann würde es euch denn passen, die Vorband? Wann sollen die denn da sein?’ oder so. Es ist eigentlich geschickter, du machst es selbst.

SABRINA: Ich wäre ja echt gerne vorbei gekommen, aber das nächste wäre Köln, was drei Stunden Fahrt sind.

NICK: Ja, wir haben im Nachgang zur Albumveröffentlichung auch sehr viel Feedback bekommen von Leuten, mit Vorschlägen von Städtenamen, wo wir unbedingt noch hin müssen und das werden wir dann im zweiten Halbjahr nachholen.

SABRINA: Ja wunderbar, das wäre echt schick. Ich habe gesehen, ihr habt ja auch in München schon gespielt mit FLASH FORWARD. Die waren gerade erst hier in Kaiserslautern. Das wäre natürlich cool gewesen.

NICK: Ja, da waren glaube ich andere Vorbands schon gebucht gewesen. Wir sind relativ spontan auf das Flash Forward Konzert in München mit drauf gerutscht. Für uns war das mehr so ein Testballon von den Songs vom Album, die nochmal einem neuen Publikum vorstellen. Und das Feedback war super. Wir haben alleine an den zwei Tagen danach ich weiß nicht wie viele Tickets für diesen Freitag in München verkauft. So sollte es sein, so haben wir uns das vorgestellt.

SABRINA: Ja, das hat sich ja dann echt angeboten. Mich hat auch ein wenig irritiert, dass ihr zweimal hintereinander München spielt, so direkt zum Einstieg.

NICK: Ja klar, ich meine München ist mit eineinhalb Millionen Einwohner Gott sei Dank mittlerweile groß genug, dass du das machen kannst innerhalb von 5-6 Wochen…

SABRINA: Mittlerweile… ok

NICK: Ja, München ist das größte Dorf der Welt, das wird dir jeder bestätigen. Ich weiß nicht, ob du schon mal hier warst, aber da sind wir auch ein bisschen stolz drauf. Also es ist halt ein viel zu groß gewordenes Dorf. In München gibt es keine Hochhäuser wie in Frankfurt, es gibt keine wirkliche Subkultur wie in Berlin und Hamburg, es hat einfach wenig urbanes.

SABRINA: Ok, das heißt die Musikszene ist dann auch eher - also sagen wir mal, man kennt sich. Oder wie ist das?

NICK: Ja gut, kennen tut man sich schon. Es ist jetzt in diesem ganzen Alternativ-Rock, Pop-Punk, Emo Dings, in dem wir uns bewegen, tatsächlich relativ überschaubar, dafür ist meiner Meinung nach die Qualität sehr hoch. Wir zählen Bands wie die BLACKOUT PROBLEMS oder MARATHONMANN zu unserem Team und das müssen andere deutsche Großstädte erstmal nachmachen. Also das ist wirklich - es ist nicht so, dass es keine Subkultur gibt in München, man muss sie nur besser suchen als in Berlin oder Hamburg oder von mir aus auch in Köln.

SABRINA: Ihr habt euch dann aber im Prinzip vorher alle schon gekannt, auf irgendeine Art und Weise.

NICK: Ach, besser oder schlechter. Ja, ich kenne den John, unseren Gitarristen schon bestimmt 7 oder 8 Jahre, einfach nur, weil der neben seiner damaligen Band Barkeeper war in München, in einer der Locations in denen man gerne mal einkehrt, wenn man die Musik hört, die wir machen und die wir hören. Also kannte man sich da schon. Benny, unseren Drummer, kannte ich auch schon, weil wir beide von außerhalb der Stadt kommen und da aus der gleichen Gegend sind und den Pascal, unseren Bassisten, kenne tatsächlich erst seit einem Jahr ungefähr. Also den habe ich ein paar Monate, bevor es an die Gründung von CADET CARTER ging, erst kennengelernt.

SABRINA: Da musst du mir mal helfen, ich habe nämlich verschiedene Angabe gefunden und bin ein wenig verwirrt.

NICK: Wir sehen es mit großem Vergnügen, dass überall ein anderes Gründungsdatum steht.

SABRINA: Ja, genau das.

NICK: (lacht)

SABRINA: Genau das. In der Pressemitteilung stand Frühsommer 2017, diese Woche habe ich irgendwo gelesen bereits 2016 und ich dachte nur ja schöne Sche…, hab ich da jetzt was falsch?

NICK: Nein, Frühsommer letzten Jahres stimmt schon. Ich glaube, wir haben im Juni letzten Jahres zum ersten Mal unter dem Namen und mit dem Plan und mit den Songs geprobt.

SABRINA: Na das ist doch schön, ich habe also keine Fakenews verbreitet.

NICK: Nein, nein, wenn das in der Bandnews von Mirko so drin steht, hat er das auch mit uns abgeklärt. Unsere Bandnews sollte der Wahrheit entsprechen.

Cadet Carter

SABRINA: Okay. Dann erzähl mir doch mal ein bißchen was vom Album. Wie seid ihr denn da rangegangen?

NICK: Also ich singe nicht nur, ich habe auch die großartige Aufgabe, die Songs zu schreiben. Zumindest bis jetzt kommt der Großteil von mir, was den kreativen Input angeht.

SABRINA: Also nicht nur die Texte sondern komplett?

NICK: Ja...Also, ja. Die Melodien und die Riffs kommen jetzt auf dem Album tatsächlich größtenteils von mir und die Jungs finden ihre Parts und beteiligen sich daran, indem sie, wie der Benny zum Beispiel, einen coolen Drumpart entwickeln. Also da kommt deren kreative Leistung. Aber…

SABRINA: Also du gibst denen ein Grundgerüst und die packen sich ihren Teil dazu.

NICK: Genau. So läufts bei den meisten Songs. Es ist auch durchaus so, dass andere mit einem Riff oder einer Idee um die Ecke kommen, also in unsere Band sind alle Songwriter, das heißt ich bin schon sehr gespannt, wie das in Zukunft läuft. Wenn es nach mir geht soll es keine Einbahnstraße bleiben, sondern ich freue mich, wenn Ideen und Songs von anderen Leuten kommen.

SABRINA: Ja klar. Es soll ja vielleicht auch irgendwie ein wenig demokratisch laufen oder jeder so seinen Teil halt beitragen.

NICK: Ja schon, ich bin aber vorsichtig, wenn es um Demokratie in der Kunst geht. Also es sollte tatsächlich, meiner Meinung nach, am Ende die beste Idee gewinnen und nicht so nach proporz entschieden werden, so dass jeder irgendwie zufrieden ist. Das ist bei uns kein Problem, weil wir eh alle kreativ auf der gleichen Wellenlänge sind und alle das gleiche geil finden irgendwo. Aber ich denke schon -  ich weiß nicht, ob eine demokratische Entscheidung in einer Band immer eine gute Idee ist.

SABRINA: Nein, aber wenn du jetzt z.B. mit einem Song à la HELENE FISCHER ums Eck kämst, dann könnten die anderen schon sagen ‘Moment!’

NICK: (lacht) Ja ja. Also bis jetzt war es so, wenn ich reinkomme und einen tollen Song habe und drei Leute sagen ‘Nick, das ist ein totaler Kack’, dann lass ich davon ab und zwinge niemanden dazu, an dem Song zu arbeiten.

SABRINA: Oder wenn du Songs schreibst, von denen du merkst, dass du sie irgendwo schon mal gehört hast? Ich habe da so was gelesen...(Anspielung auf ein Interview mit aufdenpunkgebracht.de - Anm. d. Red.)

NICK: Ja, das kommt tatsächlich selten vor, aber das geht jedem Songwriter so. Zumindest den Songwritern, mit denen ich mich unterhalten habe. Dass es Momente gibt, wo dir was superleicht von der Hand geht und sich der Song im Prinzip selbst schreibt und wenn du das dann in deiner Band präsentierst, dann kann es eben passieren, dass einer sagt ‘Du weißt aber schon, dass du hier gerade DANGEROUS SUMMER gecovert hast’. Das kann passieren. Und ich habe in einem anderen Interview auch schon einmal gesagt, NOEL GALLAGHER hat eine Karriere daraus gemacht.

Die Szene muss stimmen. Das ist eigentlich das Wichtigste daran. Es ist super einfach, sich - gerade in einem Genre, wie wir es haben, das wir spielen  - hinzustellen und zu sagen das ist alles nichts Neues was da kommt. Das ist meiner Meinung nach im Punkrock und im Indie, wir sind ja so eine Indierock / Punkrock Band, nicht der ausschlaggebende Punkt. Also ich kann mich über einen simplen Song mit einer Akkordfolge, die es vielleicht schon mal gab, immer wieder freuen, wenn die Hookline toll ist, wenn mich der Text anspricht oder so was. Ich weiß nicht, ob ich da eine aussterbende Rasse bin.

SABRINA: Nein. Ich denke, dass Rad neu zu erfinden, ist ja sowieso eher nicht drin.

NICK: Selbst wenn es drin wäre, ist es nicht das, was ich will oder was wir wollen. Ich bin der letzte der sich gegen Innovationen wehrt, aber ich mache diese Musik und ich schreibe diese Art von Musik, weil ich diese Art von Musik liebe. Und ich versuche, mich innerhalb dieser Soundsphären neu zu erfinden und immer wieder was Neues mit reinzunehmen. Aber ich will jetzt nicht auf Teufel komm raus besonders progressiv und innovativ wirken, also… Es gibt Bands, die das machen, wo das supertoll funktioniert, wir sind aber keine davon.

SABRINA: Ja, es gibt aber auch Bands, die beim ersten Album tierisch reinhauen, beim zweiten wollen sie sich verändern und das geht total in die Hose.

NICK: Ja, es ist ein schmaler Grat zwischen schreib einfach das gleiche Album nochmal - das will ja auch niemand - und du musst natürlich nach vorne kommen und mal was anders machen und mal was anderes probieren… Aber es ist jetzt nicht so, dass unser nächstes Album ein Reggae-Album wird. Das kann ich glaube ich ausschließen.

SABRINA: Ska. Noch ein paar Bläser dazu, alles schön.

NICK: Ja, unbedingt.

SABRINA: Ja aber ich meine - gerade dafür, dass das Ding ein Debütalbum ist, ist es schon wirklich sehr geil.

NICK: Freut mich.

SABRINA: Ihr habt da auch ein paar Dinger drin, die bekomm ich gar nicht mehr aus dem Kopf.

NICK: Da widerspreche ich nicht (lacht). Aber freut mich, wenn es so ist.

SABRINA: Aber, was hat dich denn beeinflusst? Wer hat dich denn inspiriert?

NICK: Du meinst jetzt andere Künstler?

SABRINA: Zum Beispiel. Oder was persönliches oder…

NICK: Ach beides irgendwo. Ich hab halt einfach meine absoluten Lieblingsbands aller Zeiten, die reichen von sehr britpoppigen Sachen wie OASIS über die klassischen Helden des Genres, in dem wir uns bewegen, wie JIMMY EAT WORLD oder die GET UP KIDS, DINOSAUR JR., die LEMONHEADS, meine 90s Heroen. Und was jetzt auf unserem Album drauf ist, das kommt raus, wenn ich meiner musikalischen Seele freien Lauf lasse und einfach schreibe, was mich berührt. Was Melodien angeht. Also wenn du die ganzen potenziellen Verkrampfungen weglässt und dir denkst ‘Oh, ist das zu 90s?’ oder ‘Ist der Text vielleicht zu cheesy?’ - wenn du diese ganzen Vorurteile mal fallen lässt, dann kommt das heraus, was jetzt auf dem CADET CARTER Album ist. Und inhaltlich geht es ganz viel um Neustart, um neu anfangen, um den Mut, den man braucht um so etwas zu machen. Und es kommt natürlich auch von der Tatsache, dass wir früher alle mal in anderen Bands waren. Und das sich jetzt 4 Leute hier getroffen haben bei CADET CARTER, sich zusammengerauft haben, die einfach zu 1000 % in einer Band sein wollen. Mit allem, was dazu gehört, also live spielen, bis du nicht mehr stehen kannst, einfach diese totale Dedication, die viele Bands leider nicht haben. Auch so ein Thema. Und witzigerweise merkst du das in den Texten wieder. Also Neuanfang, Arsch hochkriegen, solche Themen.

SABRINA: Wart ihr vorher denn alle irgendwie in der gleichen Richtung unterwegs? Also in der gleichen Stilrichtung?

NICK: Eigentlich nicht. Also meine alte Band war sehr britpoppig, Johns alte Band ebenso und der Passy und der Benny kommen eigentlich aus dem Hardcore-Punk. Der Benny spielt immer noch in einer Hardcore Band namens ABOUT AN AUTHOR, die sind allerdings aktuell - also er hätte wahrscheinlich auch gar keine Zeit neben CADET CARTER noch woanders zu trommeln und der Passy war in ner Band, die hieß GRAVITY LOST. Und die sind beide unfassbar viel härter als wir. (lacht) Dass ist aber das schöne, weil ich finde, das hörst du jetzt. Wenn du dir die Songs das nächste Mal anhörst, vielleicht fällts dir auf. Also wir haben eine Rhythmusgruppe, die aus dem Hardcorepunk kommt, d.h. da sind raffinierte Sachen drin, da sind auch mal Breaks drin, die aus diesem Stil kommen und der John und ich kommen aus dem Indierock, das heißt, wir sind halt Gitarrenschrammler. Wir schrammeln halt einfach Vollgas rum und semmeln über alles drüber.

SABRINA: Ich kann mir vorstellen, dass das live dann schon richtig geil kommt.

NICK: Bis jetzt hat sich noch niemand beschwert. Ne, eigentlich das Gegenteil also es ist vom ersten Konzert an - wir haben ja im Oktober erst unser erstes Konzert gespielt - und da war eigentlich vom ersten Moment an hast du dann die Connection mit dem Publikum und das ist einfach eine Sache, ich weiß nicht ob jede Band in diesen Genuss kommt. Zu wissen, dass was du jetzt hier auf der Bühne anstellst, das berührt die Leute vorne. Und du kriegst eine sofortige Reaktion.

SABRINA: Nein, definitiv nicht.

NICK: Da bin ich einfach froh, dass das so ist wie es ist. Es passieren eh so viele Dinge rund um CADET CARTER, wo wir manchmal da sitzen und uns halt sagen ‘Warum? Also geil, aber was passiert hier?’

SABRINA: Ja, ihr habt halt schon ein unheimliches Tempo an den Tag gelegt.

NICK: Ja, weil wir vielleicht auch ungeduldig sind. Wir wollen es halt. Wir wollen in dieser Band sein, wir wollen das alle von der Band wissen und alle unsere Songs kennen und - es gibt Bands, die verkriechen sich drei Jahre im Proberaum, bevor sie zum ersten Mal zwei Songs als Support von irgendjemandem spielen. Wir gehen halt All-In mit dieser Sache.

SABRINA: Wie war das denn im Studio? Habt ihr das auch so schnell durchgezogen wie den Rest?

NICK: Unser Drummer hat ein Studio. Er betreibt eins. Das heißt, die Aufnahmen gingen eigentlich los, sobald wir die ersten Songs fertig hatten. Das lief immer so nebenher. Wir haben geprobt, wir haben uns drum gekümmert, wie wollen wir denn heißen, was wollen wir denn für Bandfotos und immer weiter an Songs geschraubt und irgendwann hieß es dann die Drumtracks sind fertig, jetzt muss mal jemand Bass spielen und jemand Gitarre spielen und jemand singen. Und schwupps, war das Album fertig.

SABRINA: Das ist ja aber superpraktisch. Du hast den Zeitdruck nicht, den andere haben, weil einfach diese Studiozeit gebucht ist.

NICK: Ganz genau. Das ist ein unschätzbarer Vorteil. Viele Bands auch gerade in München - hier, die BLACKOUT PROBLEMS versuchen viel auch selbst aufzunehmen und das geht mittlerweile Gott sei Dank. Aber natürlich haben wir da - das ist ein Glücksfall. Das war aber nicht das Kriterium, warum der Benny bei uns Schlagzeug spielt. Das Kriterium war, dass er ein geiler Typ ist und einfach göttlich Schlagzeug spielt.

SABRINA: Und dann Friends with benefits…

NICK: Ja, es ist halt - wenn es ein Sechser im Lotto ist, dann ist es ein Sechser im Lotto.

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SABRINA: Ja cool. Und ihr kommt im Herbst dann nochmal auf erweiterte Tour?

NICK: Es ist geplant, ja. Wir sind jetzt auf Tour, wir möchten bis zum Halbjahr noch die ein oder andere Support-Tour spielen, da sind schon ein paar Dinge in der Pipeline, dann kommen ein paar Festivals, also wir kommen auf jeden Fall noch ein paar Mal rum in Deutschland dieses Jahr. Und im Herbst wird es dann nochmal auf ne Headliner Rutsche gehen.

SABRINA: Ich gehe davon aus, ihr müsst ja nebenbei auch noch das reale Leben führen. Arbeiten und solche Dinge.

NICK: Ja, wobei du es bei CADET CARTER schon mit Leuten zu tun hast, die irgendwie im Musikbusiness arbeiten oder in einem artverwandten Business.

SABRINA: Also schon dann auch toleranter, was das Ganze angeht.

NICK: Ja, wir haben das Glück, dass wenn wir Chefs haben, Chefs haben, die mit dem Satz ‘Ich bin da auf Tour’ was anfangen können. Also wenn du jetzt BWL studiert hast und in der Marketingagentur sitzt, weiß ich jetzt nicht, ob die mit sowas was anfangen könnten.

SABRINA: Ich hab BWL studiert, sitze zwar nicht im Marketing, aber nein, mein Chef könnte das vermutlich nicht.

NICK: Genau, also das ist kein Diss gegen BWL Studenten, es ist einfach nur - ja, wir sind alle irgendwie in der Branche, im weitesten Sinn. Wobei keiner von uns ist der Besitzer eines erfolgreichen Plattenlabels, sondern wir machen einfach Sachen wie an der Bar stehen bis Booking für andere Bands und andere Künstler, bis Videos und Studio, wie im Fall vom Benny. Wir sind halt Musiker von vorne bis hinten. Irgendwie.

SABRINA: Durch und durch.

NICK: Na ja, es gibt glaube ich genug Künstler und Leute in Bands, die nicht das Glück haben den ganzen Tag ihrer Leidenschaft in irgendeiner Form nachgehen zu können, sondern die meistens irgendeinen Job haben, den sie nur so semigut finde, den sie aber machen müssen, weil sie auf das Geld angewiesen sind. Da haben wir Glück, dass wir etwas machen, was die Rechnungen bezahlt, solange CADET CARTER die Rechnungen noch nicht bezahlt.

SABRINA:  Das ist ja echt ideal.

NICK: Ja. Ja, da hast du recht.

SABRINA: So denn. Habt ihr irgendwie… Ach, wie frag ich das jetzt am Besten?

NICK: Hau einfach direkt raus.

SABRINA: Ok, alles klar. Ich glaube, ich bin, wenn ihr tatsächlich auf Tour hierher kommt, ca. 15-20 Jahre zu alt für euer durchschnittliches Publikum. Hat mir zumindest FLASH FORWARD gezeigt. Ich glaube nämlich, ihr habt so grob die gleiche Richtung.

NICK: Musikalische Richtung?

SABRINA: Die gleiche Fanbasis. Musikalische Richtung würde ich nicht mal sagen. Ich glaube, ihr habt die gleichen 20jährigen Girls vor der Bühne stehen.

NICK: (lacht) Das wird sich jetzt zeigen die kommende Woche.  Nachdem wir als Support von ROAM auf Tour waren - die haben auch ein recht junges Publikum - kann ich das nicht ausschließen. Aber bei uns sind eigentlich alle Leute willkommen. Tatsächlich wundert mich das nicht, dass Leute unsere Musik toll finden, die sagen wir mal älter sind als 30 oder älter sind als 40, weil unsere großen Helden hatten zwischen 98 und 2004-2005 ihre größte Zeit. Und wenn du zu dem Zeitpunkt irgendwas zwischen 16 und 28 Jahre alt warst, dann ist es die Musik deiner Jugend. Und ich würde mich dagegen wehren, dass wir ein Retroact sind, aber wenn ich da Erinnerungen mit unserer Musik wachrufen kann, dann mache ich das gerne.

SABRINA: Ja, das ist es. Ihr spielt schon eine recht junge Musik, auch wenn das jetzt ein echt blöder Ausdruck ist. Aber es ist tatsächlich das... eigentlich ist es so ein bißchen 90er. Es ist geil, keine Frage.

NICK: Aber es ist JIMMY EAT WORLD 90er, kein BRITNEY SPEARS 90er.

SABRINA: Auf jeden Fall. Auch kein “Genie in the bottle”.

NICK: Leider. Das ist ein super Song. (lacht) Also ja. Wir haben diese Schlagseite, und das verstecken wir auch nicht, aber wir hören schon auch Musik, die nach 2010 erschienen ist. Und das fließt schon auch mit ein. Also, ich würde mich dagegen wehren, dass alle sagen, dass wir so ein Act sind ‘Ach, die klingen wie so ein bisschen wie die Bands, die wir geil fanden, als wir 16 waren.’ So in der Art. Ich finde, Musik hat nichts mit dem Alter zu tun. Also ich freue mich auch über einen 65jährigen, der auf unser Konzert kommt und sagt er findet es super.

SABRINA: Klar, Fan ist Fan.

NICK: Ja. Genau. Also Alter ist sowieso so ein Thema. Witzig ist, dass die meisten Leute, die in solchen Bands spielen, wo 18jährige hingehen oder 20jährige Mädels, meistens ganz klar älter sind als die. Also, das ist so mein Eindruck. Die Bands sind älter, machen aber diese ‘junge Musik’ wie du sagst.

SABRINA: Ja, es ist ein blöder Ausdruck, mir fiel jetzt kein besserer ein.

NICK: Ja, ich weiß was du meinst. Ich weiß, was du sagen willst.

SABRINA: Ich hab auch keinen Schimmer - ich würde euch jetzt alle mal so grob in die Richtung Mitte 20 bis 30 stecken.

NICK: Ja, wir sind sogar teilweise über 30 schon. Also ich bin 31, der Benny ist 31, der John ist 28 und der Passy ist unser Nesthäkchen, der ist 25.

SABRINA: Na guck, dann hab ich doch gut geschätzt.

NICK: Ja, du liegst eigentlich komplett richtig. Aber Benny und ich haben die magische 3 schon vorne.

SABRINA: Ja, das ist nicht weiter wild. Das passiert.

NICK: Also, ehrlich gesagt bin ich am Tag nach meinem Dreißigsten aufgewacht und hab festgestellt, alles wie immer. Hat nicht weh getan

SABRINA: Warte mal noch 6 Jahre, dann fühlst du dich exakt genauso.

NICK: Na schau, das sind doch super Aussichten.

SABRINA: Ich danke dir für deine Zeit!

CADET CARTER auf Tour:

09.02.2018 - München - Kranhalle
10.02.2018 - Augsburg - Soho
12.02.2018 - Berlin - Toast Hawaii Bar
13.02.2018 - Hannover - Kulturpalast
14.02.2018 - Köln - Blue Shell
15.02.2018 - Hamburg - Pooca Bar

Bildquelle: Uncle M / End Hits Records

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