"Morgen gehen wir aber früher vor die Bühne!" höre ich mich jetzt noch sagen. Von wegen! Die drei versoffenen Nächte zuvor machten sich dann doch einmal mehr übel bemerkbar. Und angesichts des eher mageren Programms am Sonntag Mittag schleppten wir unsere Kadaver erst gegen Nachmittag in die HARDBOWL.

ALL THAT REMAINS
Dort sollten die Springfielder Modern Core-Recken von ALL THAT REMAINS noch einmal einen finalen Weckruf starten, was ihnen auch recht gut gelang. Auch wenn ich mit dem Material der Band nicht sonderlich vertraut war, erwischte ich mich doch beim eifrigen Mitwippen und -nicken. Der Rest der Crowd im Zelt startete währenddessen eine riesige Party, als ob heute Tag Eins des Festivals wär - Reschpeggd!

DIE KASSIERER
Wölfi und Co haben von jeher leichtes Spiel auf Festivals dieser Größenordnung; DIE KASSIERER und ihre schmissigen Hymnen kennt einfach JEDER! So war es ein Leichtes, zur "Stinkmösenpolka" zum Nackttanz aufzufordern, "Sex Mit Dem Sozialarbeiter" zu haben und natürlich "Besoffen" zu sein. Und die ganzen anderen Nonsense-Songs waren selbstverständlich ebenso mit am Start, alles wie immer!
Dann standen wir vor einer schwierigen Entscheidung: Weiteren Quatsch mit KNORKATOR feiern oder MAROON 2.0 reinziehen? Wir entschieden uns für Letzteres, denn auf die Moraweck-Brüder haben wir viel zu lange live verzichten müssen und in Erinnerung an vergange MAROON-Abriss-Shows in der HARDBOWL freuten wir uns auf eine weitere Lektion in Sachen "Energie".

MAROON
Doch irgendwie war da heute der Wurm drin. In den ersten Reihen klafften fast schon bedenkliche Lücken, eine noch nicht wirklich aufeinander abgestimmte Band und ein mäkelnder André sorgten nicht für volle Satisfaktion bei dieser Show. An der Setlist hat es sicherlich nicht gelegen, alle Hits von "Reach The Sun" über "Stay Brutal" bis zu "Wake Up In Hell" waren natürlich am Start, sorgten aber leider nicht wie in den Shows zuvor für wackelnde Zeltwände. Auch das Cover, welches nicht nur Ich nicht zuordnen konnte, führte alles andere als einen Stimmungsaufschwung herbei. Es bleiben lediglich die Erinnerungen an alte Tage, als das Zelt bei MAROON bebte. Schon schade!

CALIBAN
Nach dieser Enttäuschung konnten dann wenigstens CALIBAN vor und auf der Bühne die Erwartungen erfüllen. Die diesjährigen Stellvertreter für HEAVEN SHALL BURN wussten auch mit Setlist und Darbietung insgesamt zu überzeugen. Von "Nothing Is Forever" über "I Will Never Let You Down", "D3in Reich", dem RAMMSTEIN-Cover "Sonne" und dem Überhit "Memorial" kamen so gut wie alle Fans auf ihre Kosten und zollten mit einem Circle Pit immensem Ausmaßes und massig Crowdsurfing-Action den Essenern ihren Tribut. Ein Sieg auf ganzer Strecke!

KORN
Ob KORN dem noch einen würden draufsetzen können? Konnten sie! Sofern die Band und Jonathan Davis stimmlisch fit ist, braucht´s lediglich eine ausgewogene Setlist aus allen Phasen der Band, um das WFF noch einmal komplett zum Ausrasten zu bringen. Und genau dies wurde geboten: "Blind" und "Twist/Chi" direkt zu Beginn der Show, "Falling Away From Me", "Narcissistic Cannibal", "Did My Time", "Y´All Want A Single", "Got The Life", "Shoots And Ladders" undundund waren Garanten für eine würdige Headliner-Show und Festivalabschluss auf der Main Stage. Nehme ich jederzeit gerne erneut mit!

PARADISE LOST
Nach dem letztjährigen Reinfall beim THE LAST SUPPER war dieses Jahr glücklicherweise wieder ein versöhnliches Programm angesetzt. Die seit längerem wiedererstarkten Briten von PARADISE LOST hatten die Ehre, das Raussschmeisser-Trio anführen zu dürfen und legten mit "Enchantment" (inklusive dem wunderbaren Piano-Intro) bereits sehr geil los, gefolgt von "Honesty In Death", dem "True Belief" der Neuzeit. Gänsehaut! Auch wenn Nick Holmes offensichtlich reichlich angebrütet dem die Band ignorienden KORN-Exodus ein paar nicht sehr nette Worte hinterher rief, war er letzten Endes doch mit dem Zuschauerzuspruch im Zelt zu später Stunde zufrieden und feuerte gemeinsam mit Mackintosh mit "As I Die", "Pity The Sadness", "In This We Dwell", "Erased", "The Enemy" und wie immer am Ende des Sets "Say Just Words" kurz vorm 25-jährigen Bandjubiläum eine gelungene Setlist ab. Unverwüstlich!

AMORPHIS
NEGURA BUNGET verfolgte ich dann der Müdigkeit geschuldet nicht im Detail, allerdings hatten die Rumänen wie gewohnt ihr Holz-Klopfbrett und allerlei andere Folklore-Instrumente mit am Start. Ich sparte lieber meine Energie für AMORPHIS, denen der endgültige Schlusspunkt des Festivals vorbehalten war. Und auch bei diesem finalen Gig blieben kaum Wünsche offen: Von brandneuen Songs wie der Opener von "Circles" "Shades Of Gray" und "Hopeless Days" über Klassikern wie "On Rich And Poor" und "Into Hiding" bis zu Hits der neueren Tage ("Silver Bride", "Sampo" und "House Of Sleep") gab es noch einmal eine schöne Portion an finnischer Melancholie, mit der man sich nur zu gut vom Geburtstagskind verabschieden konnte.

FAZIT:
Unterm Strich hielt auch das 20. WITH FULL FORCE das, was man sich von einem vortrefflichen Open Air-Festival verspricht. Was die Bandauswahl angeht, legten sich Bogo und Co amtlich ins Zeug, um ein einem solchen Jubiläum würdiges Line Up zu präsentieren. Auch wenn das Wetter nicht unbedingt das allerbeste war, blieb man immerhin von Dauerregen, Unwettern oder Hitzewellen verschont - hatten wir ja leider alles bereits erleben müssen!

So bleibt mir nur zu sagen, dass auch das 21. WITH FULL FORCE garantiert nicht ohne mich stattfinden wird! Nochmals: Hoch die Tassen und bis zum nächsten Jahr! (Brix)

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