opeth_wiesbaden.jpgDiese Schweden sind wirklich Arbeitstiere! Fast den ganzen Mai hindurch wurden erst die Staaten beackert, dann das ROCK HARD FESTIVAL und das WAVE-GOTIK-TREFFEN mal eben mitgenommen und nun zur Überbrückung noch zwei Single-Shows in Wiesbaden und Münster gespielt - Pausen braucht OPETH offensichtlich nicht!
Und das, obwohl das aktuelle Album "Watershed" nun auch schon ein Jahr auf dem Buckel hat...Respekt! Grund genug, dies auch näher mit Tastenmann Per im Interview zu besprechen - alsbald bei NECKBREAKER zu lesen!

Umso erfreulicher, daß man für die beiden einzelnen Shows mit LONG DISTANCE CALLING einen superben Opener arrangieren konnte, den ich auf Konserve schon gebührend abgefeiert habe (hier). Auf die Live-Umsetzungen ihrer pur instrumental-gehaltenen Mucke war ich somit umso mehr gespannt.
Hierzu kann man an einem Pfingstsonntag auch ruhig mal 160 Kilometer nach Hessen tingeln.

Die Vorzeichen standen gut: Der ordentlich gefüllte Schlachthof erwartete die außergewöhnlichen Schweden mit Vorfreude und wurde durch die nicht minder ungewöhnlichen LDC bestens eingestimmt.
Diese hatten im Person von den MISERY SPEAKS-Leuten Flo und Janosch vor dem Auftritt so ihre Ängste, wie ihre Ambience-haltige und eher unmetallische Mucke ankommen würde ("Deshalb spielen wir auch nur die härteren Songs!"). Aber jegliche Zweifel waren umsonst, im Gegenteil: An diesem Abend wurden eher einige neue Freunde gewonnen!

Vierzig Minuten Spielzeit = vier Songs Zeit, das Publikum auf die Seite von LDC zu ziehen. In jedem Track wurde erst der Soundteppich behutsam aufgebaut, umwoben, um dann in intensiver Manier das Rock-Inferno zu entfachen - bis auf "Black Paper Planes", das schon von Beginn des Tracks an die rockige Seite der Band aufzeigt.
"Metulsky Curse Revisited" konnte hier bei mir ganz besonders mit seinem melodischen Lead am Ende punkten und versetzte außer mir noch so manch anderen im Schlachthof in tranceartige Zustände. Auch "Apparitions" am Ende des Sets mit ausgiebiger Jam-Session wusste zu verzücken und bewies, daß Rock-Musik auch ohne Gesang imponierend schön, beängstigend mitreißend und einfach nur scheißen Heavy sein kann.
Der gut ausgesteuerte Sound ließ auch die Sound-Effekte aus dem Laptop bestens in Szene treten, so daß alle Elemente von LDC auch live funktionierten.
Ganz groß, sehr geil und sogar noch einen ganzen Ticken besser, als ich es mir erhofft hatte! Drei Daumen hoch für LONG DISTANCE CALLING!

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Wer OPETH schon mal in Clubshows bewundern durfte, weiß, was ihn erwartet: Einen Querschnitt durch mittlerweile fast 20 Jahre Bandgeschichte, ein Frontmann, dessen Ansagen immer für ausgiebige Lacher sorgen und eine technisch und musikalisch anspruchsvolle Show!
Und das war auch an diesem Pfingstsonntag nicht anders: Ein wie immer bestens aufgelegter Mikael Akerfeldt wusste durch kleine Späße und Anekdoten in den Songpausen zu unterhalten ("Wiesbaden? Hatte ich vorher noch nie von gehört! Ich dachte, da stehen höchtens ein paar Hütten rum!" oder die Story, wie er zum Gitarren spielen kam, aber von seinen Eltern zuerst in den Flötenunterricht geschickt wurde...köstlich!).
Aber auch musikalisch gab es wieder beste Kost: Nicht nur die wie üblich versierte Band, sondern auch die Trackauswahl wusste zu gefallen: Von den neueren Stücken "Heir Apparent", "Lotus Eaters" und "Hessian Peel" der "Watershed"-Scheibe über Evergreens aus dem letzten Jahrtausend wie "Godhead´s Lament" ("Still Life") oder "The Night & The Silent Water" ("Morningrise") und "Karma" ("My Arms, Your hearse") wurden zwar sicherlich einige Wünsche der Fans in Sachen "alter Tracks" offen gelassen, aber bei so vielen längeren Stücken kann man sich leider nur auf wenige begrenzen - ich denke mit "Ghost Of Perdition", "Wreath" und der Zugabe "Deliverance" waren am Ende alle zufrieden.
Ich persönlich hätte gerne noch etwas der "Blackwater Park"-Scheibe gehört und anstatt "Closure" lieber "In My Time Of Need" von der "Damnation-CD gehört, aber wie gesagt: OPETH variieren ihre Playlist wohl so oft, daß man einfach Glück haben muss, seine persönliche Lieblingstracks an einem Abend zu erhaschen.

Ausserdem wurden vor der Zugabe sogar ein paar Tracks wie "The Drapery Falls" und "A Fair Judgement" von Mikael angespielt, die das Publikum zur Begeisterung der Band textsicher mitsingen konnte - sehr spontan, das!
Und als dann nach dem "Deliverance"-Inferno und gut zwei Stunden Spielzeit die Meute wieder in die laue Nacht entlassen wurde, gab es keine enttäuschten Mienen zu sehen. Ein Abend, der sich wirklich mehr als gelohnt hat! (Brix)

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Mehr Bilder natürlich wie immer in unserer Galerie!  

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