judaspriest_epitaph_kinopremiereEin großer Aufschrei ging durch die Metalszene, als JUDAS PRIEST 2011 bekannt gaben, dass sie mit „Epitaph" ihre letzte Welttournee beschreiten werden. Bekanntlich sieht das mittlerweile etwas anders aus, so oder so wurde aber am 15.05.2013 das letzte Konzert der „Epitaph"-Tour als Weltpremiere, vor der regulären DVD-Veröffentlichung, in ausgewählten Kinos gezeigt. Aber funktioniert ein Konzert wirklich im Kino?

Diese Frage kann ich mit „Ja" beantworten, es wäre sogar wünschenswert, es gäbe mehr solcher Vorführungen. Zwar kommt keine so große Live-Stimmung auf wie bei einem richtigen Konzert, aber in jedem Fall mehr, als wenn man sich eine DVD zu Hause vorm Fernseher anschaut. Selbst wenn dieser 62 Zoll hätte, könnte er nicht das bieten, was einem im Kino geboten wird. Denn auch der Sound ist hier geradezu perfekt, und man ist zudem nicht so alleine. Der ungefähr zur Hälfte gefüllte Kinosaal des UCI-Kinowelt-Kinos in Kaiserslautern zeigt, dass ich mit dieser Meinung nicht alleine dastehe und es durchaus Interesse an diesem Format gibt.

Nachdem ich es mir im Kinosessel gemütlich gemacht hatte, startete pünktlich um 20 Uhr die Vorstellung. Bild und Ton von „Epitaph" sind ohne Mängel, und auch JUDAS PRIEST hinterlassen einen sehr guten Eindruck. Irgendwie bin ich mittlerweile froh darum, dass es wohl doch nicht die „letzte" Tour der Briten war. Rob Halford ist gut bei Stimme und meistert auch schwierige Songs wie „Painkiller", allerdings werden einige Textstellen bei den Songs immer mal wieder anders betont. Besonders bei „The Sentinel" fällt dies etwas negativ auf. Neuzugang Ritchie Faulkner glänzt mit unglaublicher Energie und ist dauerhaft in Bewegung; dass er so gut zu JUDAS PRIEST passen würde, hätte wohl niemand erwartet. Glenn Tipton steht mir etwas zu oft am selben Platz, spielt aber nach wie vor grandios. Ian Hill hingegen steht noch immer am selben Platz, wo er immer stand, und spielt sich souverän durch die Songs. Auch Scott Travis sorgt für Stimmung und macht sogar ein paar Ansprachen. Insgesamt waren die Ansprachen und die Konversation mit dem Publikum mehr als man es von JUDAS PRIEST gewohnt ist. Bei den ganz alten Songs wie „Never Satisfied" oder „Starbreaker" hielt Rob Halford sogar kurze Ansprachen zu den Songs, was beim Publikum sehr gut ankam. Nach knapp zweieinhalb Stunden findet „Epitaph" mit „Living After Midnight" einen perfekten Abschluss.

Noch einmal haben JUDAS PRIEST gezeigt, dass sie es nach wie vor können. Trotz ihres hohen Alters rocken sie sich solide durch das mehr als zweistündige Programm und zeigen jedem Metal-Fan, wer die wahren Metal-Götter sind. Die Show, welche am 26. Mai 2012 im legendären Hammersmith Apollo in London aufgenommen wurde, ist mehr als sehenswert, und wer die Vorführung im Kino verpasst hat, sollte auf jeden Fall zur bald erscheinenden DVD greifen. (Pascal)

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