deeppurple tourplakatNun rollt sie also los, die letzte große Tournee der Hardrockpioniere, die zumindest mal geplant haben, irgendwann ihre Instrumente beiseite zu legen. Wie lange "The Long Goodbye Tour" dauern wird, lässt sich aktuell nicht sagen, aber zumindest ein paar Festivals werden sie im nächsten Sommer spielen, und wir wissen alle, was aus solchen Ankündigungen wurde. Im Gepäck haben DEEP PURPLE ihr brandneues Album "Infinite", welches zwar nicht so stark ist wie der Vorgänger "Now What?!", aber dennoch die Fans zufrieden stellt und sich sehr gut verkauft. Das wäre aber nicht nötig gewesen, um die großen Hallen zu füllen, wie im luxemburgischen Esch-Sur-Alzette, die Fans kommen seit Jahrzehnten in Scharen. NECKBREAKER reiste über die nahe Grenze und schaute auch, wie sich MONSTER TRUCK im Vorprogramm schlugen.

MONSTER TRUCK
Bislang waren mir die Kanadier völlig unbekannt im Gegensatz zu ihrer letzten Vorband RIVAL SONS, die mich damals komplett umhauten. Ganz die Klasse können die Vier nicht vorweisen, doch sie vermochten es dennoch das Publikum dennoch zu begeistern, auch wenn das luxemburgische Publikum dies nur wenig auszudrücken vermag. Die Herkunft der Jungs war allerdings ein offenes Geheimnis, die Holzfäller nahm man ihnen sofort ab und genauso droschen sie auch auf ihre Instrumente ein. Wild, ruppig, so gebärdeten sie sich auf der Bühne, wobei es vor allem dem oberkörperfrei turnenden Gitarristen Jeremy Widerman vorbehalten war, mit atemberaubender Akrobatik über die Bühne zu springen.

John Harvey, der bullige Bassist und Sänger stand meist nur in seinem Karohemd hinter seinem Mikro und röhrte seine Stücke mit der Inbrunst eines Elches aus seinen Heimatwäldern. Doch MONSTER TRUCK verstanden es sehr gut, diese Power auch in geschickte Bahnen zu lenken, denn vor allem in den Refrains zauberte man in Lieder wie dem stadionartigen "The Enforcer" mit Unterstützung der anderen Stimmen der Formation tolle Melodien, die ins Ohr gingen. Damit konnte man den ein oder anderen nach der zweiten Strophe zum Mitsingen animieren, auch wenn nur zwei Personen auszuamchn waren, die ihr Haupthaar schüttelten, wobei einer der Redaktion bekannt ist.

Die ganze Klasse zeigte sich aber in der Art, wie sie ihre Songs in Szene setzten, wie sie immer, meist beim Intro psychedelische Weiten einbauten, die sie ein bisschen in die Nähe des Stoner Rock rückten. Hier spielten sie gekonnt mit der Dynamik, bei der sich vor allem der versierte wie kraftvolle Schlagwerker Steve Kiely einbringen konnte. Das galt vor allem für "She´s A Witch" und das abschliessende "The Lion", bei denen sie die Wucht ihrer Kompositionen geschickt anschwellen ließen.
Richtig überraschen konnten sie mit dem Blues "For The Sun", die offenlegten, das hinter der kernigen Oberfläche ein sanfter Kern inne wohnt. Da kamen auch endlich mal die Tasten von Brandon Bliss zum Vorschein, die oft im druckvollen Mix untergingen. Schade, denn gerade die Orgel hätte den Nummern noch mehr Tiefe verliehen und eigentlich ist die Rockhal ja für ihren guten Sound bekannt. Dieses Manko machten die Canucks mit ihren Leidenschaft wieder wett, wobei der Funke nur bei wenigen überspringen wollte, da traf der Opener "Why Are You Not Rocking?" irgendwie in Schwarze, denn das Zeug rockte wie die Hölle.

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DEEP PURPLE
Nachdem der Support vor einem riesigen Backdrop, das in der Bühnenmitte hing spielen musste, wurde nachdem dieses entfernt wurde der Blick auf die gesamte Bühne frei. Sogar die runden Lightning Rigs waren mit zerknitterter Folie bespannt, wie auch der Raum unter der LED-Wand. Dies sollte das Eis vom Cover des aktuellen Albums symbolisieren und folgerichtig war die Band in Eis gemeißelt auf der großen Leuchttafel zu sehen. Die großen Leinwände waren ohnehin öfter in Gebrauch, in der Pause flimmerte der komplette Merchkatalog darüber, so dass der Fan am Stand nicht mehr groß auszusuchen brauchte, man kann es auch übertreiben.

Mit dem neuen Langeisen ging es dann auch los, wobei sich dessen Opener auch live nicht als der optimale Auftakt heraus stellte, zu sperrig kommt der Titel rüber. Doch es war klar zu erkennen, dass die Stücke von „Infinite“ in der Bühnenumsetzung deutlich an Schärfe gewannen. Hier konnte die Formation endlich ihre ganze Erfahrung ausspielen, denn über die Jahre ist man zu einer perfekten Einheit gereift. Gerade die Dissonanzen nach dem Refrain klangen sehr transparent
Das lag auch daran, dass der Sound das gewohnte Niveau dieses Kastens erreichte, das ist bekanntlich ganz oben angesiedelt. Davon profitierte vor allem das Kurzweil-Equipment von Don Airey, wie sich in der Wucht der Bearbeitung von „Fanfare For The Common Man“ zeigte. Natürlich spendierte man im Anschluss erst einmal einen Reigen Klassiker, um das Publikum so richtig auf Touren zu bringen.

An der Songauswahl hat es sicher nicht gelegen, dass auch hier Bewegung Mangelware war. Die Luxemburger schauten den Herren lieber genau auf die Finger und staunten über deren Fähigkeiten. Mittlerweile ist ein DEEP PURPLE-Konzert doch ein wenig vorhersehbar, die explosive Rivalität fehlt und man will den Anhängern auch genau das geben, wonach sie verlangen. So fehlte dieses Mal der Jam-Teil in der Setmitte, in der sonst Ian Paice sein Drumsolo unterbrachte.
Sogar auf „Highway Star“ musste man verzichten, überhaupt sinkt die Spielzeit sukzessive um ein paar Minuten. Auf der Tour war es den Musikern vor allem wichtig das neue Material mit gleich vier Kostproben vorzustellen und auch vom letzten Longplayer gab es zwei Songs. Das Ende hingegen war altbekannt, ab dem Keyboardsolo spielte man genau das Programm wie vor etwa eineinhalb Jahren.

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Da man das Classic Rockpublikum sehr songdienlich belieferte, gab man noch Zitate anderer Klassiker zum Besten. Dass Airey sein Solo mit dem Orgelintro von „Mr. Crowley“ begann ist absolut legitim, schließlich spielte er dieses auch im Original ein. Roger Glover baute das eröffnende Riff von „Gimme Some Lovin´“ in sein Basssolo ein, und Steve Morse huldigte gar der Konkurrenz von LED ZEPPELIN mit dem Grundthema von „How Many More Times“.
Dabei hielt man sich solotechnisch zurück, neben dem fehlenden Spot von Paice, hatte Morse auch nur zwei kurze Momente. Lediglich das Duell zwischen ihm und Airey in der Zugabe uferte aus, doch es war nicht so verbissen wie damals zwischen Lord und Blackmore, sondern von sehr viel Spaß geprägt. Die sehr gute Stimmung innerhalb der Band macht sich überall bemerkbar, jeder der Fünf war mit blendender Laune unterwegs.

Die Posen von Sängern, bei mehrstimmigen Shouts die Saitenfraktion mit ans Mikro zu holen, kennt man eher vom Hair Metal, bei Ian Gillan waren sie lange undenkbar, heute spiegeln sie eben jenes Verhältnis wieder. Wenn er sich nicht während der Instrumentalteile zurückzog, führte der Frontmann sehr gewitzt durch die Show, alberte ständig mit seinen Nebenleuten. Er war auch der einzige, der auf der Bühne viel in Bewegung war. Roger Glover kam zwar öfter herüber zu Morse, welcher jedoch meist nur zwischen Bühnenrand und Tastenburg pendelte. Als er einmal links auftauchte schien es fast, als wäre gerade eine gute Idee gekommen, bei seinem folgenden Solo genoss er sichtlich die Anerkennung des Publikums.

Spieltechnisch war das, was DEEP PURPLE ablieferten allerdings auch ohne lange Improvisationsteile absolut hochklassig. Mit welchem Spirit da schon Tausende Male gebrachte Titel gebracht werden, ist unglaublich, die Spielfreude schien nur so von der Bühne herunter. Da wirkte jedes Break, jedes Lick, als wäre es gerade erst geschrieben worden, selbst im hohen Alter hat man zumindest in der Hinsicht noch viel Frische. Ian Paice saß mit einer unglaublichen Lässigkeit hinter seinem Kit, so locker schnurrt sonst kein anderer Motor.
Und dank der Leinwände konnte das Publikum auch daran teilhaben, denn die Kameras dahinter schauten den Muckern ganz genau auf die Finger. Die Saiten von Morse warfen in zigfacher Übergröße vom Scheinwerferlicht funkelnde Sterne auf den LED-Vorhang, während seine Finger darüber glitten. Am atemberaubendsten war allerdings wie das Flitzen über die Tasten von Don Airey eingefangen wurde, solche Einblicke sind ein Highlight für den Fan. Cool war auch die Kamera direkt auf die Snare, als bei den Rolls die Stöcke durchs Bild tanzten.

Natürlich muss man heute bei großen Rockshows auch visuell etwas bieten und die alten Recken waren auch in der Disziplin gut aufgestellt. Aber vielleicht war das Element neben dem gebannten Zuhören dieser Extraklassemusiker zu viel für das Publikum so dass sie das wichtigste vergasen, nämlich, zu rocken. Da machten die Herren auf der Bühne manch deutlich jüngerem Fan etwas vor. Erst bei den ganz großen Hits am Ende rührte sich was im Auditorium, vor allem akustisch machte sich die Rockhal nun bemerkbar. So endete der Gig doch noch in einer Party, welche die Frage wie ernst es DEEP PURPLE mit dem Abschied meinen untermauerte. (Pfälzer)

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Setlist DEEP PURPLE:
Time For Bedlam
Fireball
Bloodsucker
Strange Kind Of Woman
Johnny´s Band
Common Man
The Surprising
Lazy
Birds Of Prey
Hell To Pay
  -Keyboardsolo-
Perfect Strangers
Space Truckin´
Smoke On The Water
--------------------------------
Hush
  -Basssolo-
Black Night

Monster Truck

Monster Truck

Monster Truck

Monster Truck

Monster Truck

Monster Truck

Monster Truck

Monster Truck

Monster Truck

Monster Truck

Monster Truck

Monster Truck

Monster Truck

Monster Truck

Monster Truck

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Deep Purple

Deep Purple

Deep Purple

Deep Purple

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