andiderisnadthebadbankers milliondollarhaircutsUm zu vermeiden, dass „Million Dollar Haircuts On Ten Cent Heads" nur ein weiteres Soloalbum eines gelangweilten Sängers ist, hat sich HELLOWEEN Fronter ANDI DERIS ganz bewusst dazu entschieden sein erstes „Soloalbum" seit 1999 zusammen mit seiner neuen Band THE BAD BANKERS herauszubringen, auch wenn im Verborgenen bleibt, wer sich hinter diesen bösen Bankern versteckt. Vielleicht ist es auch einfach nur ein Wortspiel, denn thematisch prangert ANDI DERIS auf „Million Dollar Haircuts On Ten Cent Heads" die Bastarde des ökonomischen Weltsystems an.

Starker Tobak, auch weil ANDI DERIS teilweise deutliche Worte findet, so ganz Ernst nehmen kann zumindest ich die ganze Sache nicht, weil man sowohl den Titel des Albums als auch die teilweise partytaugliche Musik mit einem Augenzwinkern verstehen kann.

Mit „Million Dollar Haircuts On Ten Cent Heads" begibt sich Deris auf etwas ungewohntes Terrain, das Material hat weder mit Sleaze Rock (die frühen PINK CREAM 69) oder Power Metal (HELLOWEEN) etwas zu tun, sondern bewegt sich überwiegend im rotzigen Heavy Rock. „Cock" ganz am Anfang und wenig später „Banker's Delight" (Dead Or Alive)" sind hierfür die Paradebeispiele. Die Gitarren sind bei diesen Nummern massiv runter gestimmt geworden und die Produktion des Albums ist in der Tat „rotzig, dreckig und brutal ehrlich."

Dazu passt es, dass ANDI DERIS hier nicht ganz so hoch singen muss wie bei HELLOWEEN, was der Qualität seiner Vocals gut tut, ob man die etwas eigenwillige Stimme des Badeners Deris mag oder nicht, ist inzwischen seit über 20 Jahren Geschmackssache.

Manche Songs von „Million Dollar Haircuts On Ten Cent Heads" sind dabei wirklich klasse und würden in etwas härterer Ausführung auch auf diversen HELLOWEEN Platten Spaß machen, „Will We Ever Change", „Must Be Dreaming" oder „This Could Go On Forever" möchte ich stellvertretend nennen. Dass gerade das die weniger rotzigen Stücke sind, mag Zufall sein, es mag aber auch sein, dass ANDI DERIS die etwas souligeren Songs besser rüberbringt.

Insgesamt leidet diese verkappte ANDI DERIS Soloplatte aber an seiner stilistischen Uneinheitlichkeit und an manch Ausfällen unter den 11 zumeist recht kurzen Songs, die Akustiknummer „I Sing Myself Away" ganz zum Schluss oder das deutlich zu lange „Who Am I" genau in der Mitte sind solche Rohrkrepierer. „Million Dollar Haircuts On Ten Cent Heads" ist aber auf jeden Fall besser als erwartet und gerade das Bemühen etwas stilistisch fernab von HELLOWEEN auf die Beine zu stellen ist lobenswert und erweist sich als richtiger Schritt. Oders anders gesagt, hätten Deris, Weikath, Großkopf und der Rest der Hamburger Kulttruppe solch ein Album unter dem Namen HELLOWEEN veröffentlicht, hätte es ähnlich Haue gegeben wie damals bei „The Dark Ride". (Maik)

Bewertung: 7 / 10

Anzahl der Songs: 11
Spielzeit: 43:50 min
Label: ear Music
Veröffentlichungstermin: 22.11.2013

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