tomorrowseve mirrorofcreationiiiprojecticarusNach rund 10 Jahren haben TOMORROW’S EVE endlich wieder ein neues Album veröffentlicht (das entsprechende Review findet ihr hier). Da ist schnell klar: ein Interview mit der Band muss her. Da wir ja alle aus dem Saarland kommen und hier bekanntermaßen jeder jeden kennt und wir uns daher auch schon seit Jahren kennen ist ein face to face selbstverständlich. Weniger schnell, dafür aber umso amüsanter ist die Terminfindung, denn wenn schon, denn schon. Wir wollen ein Interview in der Viererkonstellation machen. Letztendlich schaffen wir es, einen Termin zu finden, an dem tatsächlich alle können und so treffe ich mich mit Sänger Martin LeMar, Gitarrist Rainer Grund und Keyboarder Oliver Schwickert im Innenhof des Iguana in Saarbrücken (was es mit der gelben Mülltonne auf sich hat, habe ich jetzt aber immer noch nicht verstanden… das wäre dann eine Frage für das nächste Interview) zur (im wahrsten Sinne des Wortes) fröhlichen Fragerunde.

Auf besonderen Wunsch eines einzelnen Bandmitgliedes soll ich hier auch noch schreiben, dass die Burger und das Steak hier sehr gut seien (habt ihr einen Sponsorenvertrag mit denen? Falls nein, warum nicht?), was ich dann hiermit erledigt habe. Und da wir, wie bereits erwähnt, alle aus dem Saarland kommen, wurde das Interview natürlich astrein auf saarländisch geführt und von mir anschließend in formschönes Hochdeutsch übersetzt (das ist jetzt Fishing for compliments, merkt ihr?).


Aus Gründen beginne ich das Interview mit der Frage aller Fragen, die jeden interessiert: Warum hat das so lange gedauert?

Nach anfänglichem Lachen bekomme ich aber doch eine (sehr) ausführliche Antwort.

Martin: Verdammt, verdammt, verdammt. Ich glaube, dafür gibt es drei Gründe: Der eine ist - wie man ja an unserer Besetzung merkt - dass sich viele anders orientiert haben, in alle möglichen Richtungen weg sind und ich mit MEKONG DELTA zu dem Zeitpunkt viel gemacht habe. Dann hatten wir noch eine Pause gemacht, weil jemand aus der Band private Sachen zu klären hatte. Das hat alles etwas länger gedauert und in der Zwischenzeit hat sich halt jeder etwas anders orientiert. Das hat dann etwas gedauert, bis derjenige sich nochmal gefangen hat und dann haben die [zeigt auf Rainer und Oliver] irgendwie heimlich zusammen das Album geschrieben…

Anne: Ganz heimlich?

Martin und Rainer: Ganz heimlich!

Martin: Nein, Quatsch. Ja, und als wir damit angefangen haben, da musste ja erst mal noch ein Schlagzeuger her, dann musste ein Bassist her, dann mussten die Termine gemacht werden, und bis wir dann im Studio waren und jeder seine Parts eingespielt hatte, das hat ewig gedauert. Und dann hat es noch einmal ewig gedauert, weil wir uns anschließend überlegt haben, dass man ja versuchen könnte, das irgendwie einem Label zu verkaufen. Und das Musicbusiness hat sich erschreckenderweise als noch schrecklicher herausgestellt als ich dachte. Ich meine, ich wusste schon immer, dass es schrecklich ist und ich hab‘s auch mit MEKONG DELTA mitbekommen, wie es in den letzten Jahren immer mieser wurde, je nachdem an welches Label man da gerät. Man hat dann so geile Querverweise und es wurde halt immer schlimmer und zum Schluss haben wir uns dann entschieden das selbst zu machen.

Rainer: Ja, eigentlich war der Plan schon immer, es selbst zu machen, wir haben nur alibimäßig nach einem Label gesucht…

Martin: Ja, genau.

Rainer: Weil ich bin so angepisst gewesen – das musst du jetzt nicht so schreiben… [doch, ich muss! Anm. d. Verf.]

Martin: Angepisst von der Situation kann man jetzt schon sagen. Mit der Grundsituation unzufrieden.

Rainer: Und weil wir so viel Herzblut in das Ganze reingesteckt haben. Da haben wir gesagt, das lassen wir uns jetzt nicht aus den Händen nehmen…

Martin: …stecken wir auch noch unser ganzes Geld rein!

Rainer: Was nicht so viel war. Ja, aber nee, wir haben dann gedacht, das geben wir nicht aus der Hand und deshalb haben wir das so gemacht. Wir haben Labels bemustert, weil wir dachten „Vielleicht interessiert sich ja ein Großer“, aber das war nicht der Fall. Aber ja, alles richtig gemacht. Wir machen’s selbst.

Martin: Aber das hat natürlich auch ein bisschen gedauert mit dem entsprechenden Vorlauf, dann hat man sich dazu entschieden, dann findet man Partner, mit denen man das macht und dann gibt’s so Promovorläufe, dann verpasst man vielleicht noch einen Termin, dass kenn‘ ich von NACHTGESCHREI ganz gut…

Rainer: Ja?

Martin: Ich glaube, wir haben einen verpasst, deshalb hat es sich dann noch einmal verschoben, weil das ja immer nochmal ein paar Monate Vorlaufzeit braucht um die Promotiongeschichte zu starten. Und ganz ehrlich, um dieses eine oder anderthalbe Jahr, das es deswegen länger gedauert hat, brauchen wir uns bei 10 Jahren dann keinen Kopf mehr zu zerbrechen, aber wir haben schon gedacht: „Wenn, dann richtig.“. Das war eine sehr lange Antwort.

Anne: Was habt ihr in den letzten 10 Jahren so gemacht? Bei Martin weiß ich es ja größtenteils, aber bei euch beiden eher nicht.

Oliver: Genau das. Also genauer gesagt, in den letzten vier Jahren habe ich mit Rainer eigentlich ziemlich viel rumgesessen und Songs geschrieben. Das war‘s halt einfach. Bis er hier [zeigt auf Martin] dann fertig war mit NACHTGESCHREI und sonstigem und seine Texte dann endlich mal fertig hatte…

Martin: Ach komm, das stimmt doch gar nicht!

Oliver: Doch, das war so, genau so war das!

Martin: Die Vorproduktion war ja tatsächlich schon 2016 oder so fertig.

Oliver: 2014 haben wir angefangen, 2016 war sie fertig.

Martin: Das ging eigentlich recht zügig.

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"[Die] sind mir die ganze Zeit hinterhergelaufen und haben mir ständig irgendwelche Songs an den Kopf geworfen!"

 




Wir werden durch den Kellner unterbrochen, der die Getränke bringt (Alle alkoholfrei, auf diese Feststellung legt Rainer Wert!) und Martins Essensbestellung mit drölfzig Sonderwünschen aufnimmt. Daneben werden wir noch in die Geheimnisse und Tücken der Küche eingeweiht.

Martin: Ja, wo waren wir? Bei welcher schönen Antwort? Ah, was wir alles so gemacht haben. Also, der Rainer war mit dem Olli im Keller.

Rainer: Wir haben im Keller gesessen, ja.

Oliver: Jede Woche einmal. Mindestens.

Rainer: Also das hab‘ ich auch gemacht.

Martin: Und dann sind sie mir die ganze Zeit hinterhergelaufen und haben mir ständig irgendwelche Songs an den Kopf geworfen [Rainer und Oliver schenken ihm ein bedauerndes „Oh!“] und das waren glaube ich mindestens zwei oder drei Alben.

Rainer: Zwei waren‘s.

Oliver: Und das war noch zu einem Zeitpunkt, als noch kein Schlagzeuger und kein Bassist da war. Und dann kam der Martin auf die grandiose Idee, „Ich kenn ja doch den Mike [LePond]!“

Martin: Genau. Und den John [Macaluso]. Ich habe mit Mike mal drüber gesprochen, dass Mike mir angeboten hat, auf meinem Soloalbum zu spielen. Ich habe ihn dann gefragt, ob er das auch für TOMORROW’S EVE machen würde statt auf dem Soloalbum. Und er hat gemeint: „Ja, gar kein Thema.“. Dann haben wir das gemacht und ich bin mit dem, als ich mit LALU gespielt habe… oh, die Frage kommt bestimmt noch, ich greife vor.

Anne: Ja, die kommt noch.

Martin: Ok, ich warte, bis die kommt.

Anne: Also gab es eigentlich schon immer den Plan, ein neues Album zu machen, es hat halt einfach nur gedauert?

Martin: Der Witz ist, wir hatten 2008 oder 2009, nach der Tales [From Serpentia], tatsächlich sogar noch ein Video aufgenommen, das weiß ich noch, und wir hatten schon mindestens sechs, sieben Songs fürs neue Album fertig. Wir waren schon mitten in diesem Albumprozess und dann kam das Leben dazwischen, wie man das so schön sagt.

Oliver: Ja, da kam eins zum andern. Wir waren damals wirklich schon ziemlich weit.

Anne: Haben es die Songs jetzt auch aufs Album geschafft oder habt ihr die komplett über Bord geworfen?

Alle zusammen: Nein.

interview TE 06Martin: Nein. Und damals hieß das Album schon „Ikarus“. Und hatte eine ganz andere Handlung. Also ich habe ein Megakonzept geschrieben und habe das alles über den Haufen geworfen. Weil die Songs ja auch komplett über den Haufen geworfen wurden, aber ich habe halt den Namen noch mit drin gelassen.

Rainer: Ich glaube, da ist auch wirklich nichts mehr drin. Da ist noch keine Randidee oder irgendwas mehr drin.

Martin: Doch, Tom [Diener, Ex-Drummer von TE, Anm. D. Verf.], der sich das Album ja bei mir anhören durfte, hat gemeint, die Strophe von „Bread And Circuses“ wäre in irgendeinem von den Dingern drin gewesen. Er könnte sich an die Stelle erinnern.

Oliver: Ja, das ein oder andere Eckchen vielleicht.

Rainer: Vielleicht. Vielleicht war’s mal eine Idee.

Anne: Da kommen wir dann zur nächsten Frage: Um was geht es auf dem Album?

Oliver: Tja, Martin, da musst du jetzt ran – schon wieder.

Martin (stöhnt): Aaaah, das ist schwer. Also ich könnte jetzt die Konzeptgeschichte erzählen, damit du verstehst, was da wirklich visuell passiert, und du ziehst dir einfach raus, um was es da eigentlich geht. Das dauert etwas länger.

Anne: Wie du willst.

Martin: Der Vorhang lüftet sich, der Erzähler - so eine Art Puck, wie beim Sommernachtstraum - kommt raus und begrüßt so forth-wall-mäßig das Publikum. Und dann geht es los mit dem Stück und dann ist da dieses Mädchen auf der Bühne im Bett, das diese Albträume hat und sich deswegen nicht traut einzuschlafen. Ja und mehr oder minder wird ihr dann auch erzählt – von den Albträumen selbst - dass sie ihr ja gar nichts tun und blablabla und zum Schluss schläft sie dann trotzdem ein, weil man sich ja nicht dagegen sträuben kann und sie träumt dann von dieser Welt. Die halt irgendwie scheiße ist. Und dann gibt es dieses System, das durch diese politischen Verstrickungen und den darauf folgenden Krieg entstanden ist. Ja, dann gibt es da so ein System, das wurde eingerichtet um die Leute zu kontrollieren. Das gibt so ein wenig vor, wer was wird, wer mit wem sich irgendwie paart, und es ist so ‘ne Mischung aus „Equilibrium“ und so ein paar anderen Dingen, die man ja quasi schon mal gehört hat. Ich meine, man kann Dystopien nicht zu 100% wirklich neu erfinden, aber es geht eben hauptsächlich darum, dass die Menschheit sich kontrollieren lässt – freiwillig. Und dann entdeckt man unseren Protagonisten, den man mehr kennen lernt in „Law and Order“, dem von seinem Vater erklärt wird, wie die Welt funktioniert, der dann aber sagt, dass er die Welt so nicht akzeptieren kann und dass er das System zu Fall bringen wird und da entsteht dann quasi eine Rebellion. Und die treffen sich - ja, das ist nie wirklich erklärt, das ist schön – aber die treffen sich in einer alten Bibliothek. So ein zerfallenes Gemäuer und dort finden sie ganz viele alte Bücher und so weiter und dort finden sie auch ein Gedicht von Edgar Allan Poe. Und ihr großer Plan ist ja, das System zu Fall zu bringen und das schaffen sie später mit einer Logikschleife, die sie mit diesem Gedicht, das sie in einer Art Virus dem System einspielen, erzeugen und das System davon überzeugen, dass das System selbst nicht mehr weiß, ob es echt ist oder nicht. Nachdem das System sich dann wirklich kaputt macht und alles zerstört wird, wacht das Mädchen aus seinem Traum auf und stellt fest, dass das ja total irre ist. Denn wenn sie in einem Traum eine Welt erschaffen kann, dann ist die Welt in der sie lebt ja eventuell auch erschaffen und dann ist jeder, der auch träumt, jemand der auch eine Welt erschaffen kann und so sind wir ja alle Götter nebeneinander und dann wird das ganze wieder zum Theaterstück und das Theaterstück ist dann ein Traum und am Schluss wacht der Schläfer auf und der Schläfer war unser Protagonist aus der „Mirror Of Creation“-Geschichte und in Teil IV geht’s weiter.

Rainer: Bist du ruhig! Mannomann…

Martin: Jetzt kannst du dir aus diesem ganzen Ding rausziehen, was die wirkliche Message von diesem Album ist.

Anne: Das wäre jetzt auch die nächste Frage gewesen….

Martin: Was ist die Message?

Anne: Nein, ob Nummer drei bedeutet, dass es eine abgeschlossene Trilogie ist, oder ob es noch weiter geht.

Martin: Also, es wäre eine abgeschlossene Trilogie wenn da nicht viele offene Fragen wären. Und wir haben uns glaube ich schon länger dazu entschlossen, dass es mit „Mirror Of Creation“ noch nicht zu Ende ist.

Rainer: Eigentlich ist das unser Ding, nicht? Weil das fällt immer im Zusammenhang mit TOMORROW’S EVE: „Mirror“.

Oliver: Keinen interessiert das andere Zeug.

Martin: „Naja, die „Tales“ war so ja… ja, ok.“

Oliver: „Die erste war ok, joa…“

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"Das, was gerade aktuell die Gesellschaft prägt, ist auch das, was ihr momentan am meisten Angst macht."

 



Martin: Der Witz ist, bei Konzepten mag ich es, wenn eine Story mehrere Schichten hat. Ich mag es halt nicht, wenn es ein Konzept ist „Roboter kämpfen gegen was weiß ich wen“ oder sonst irgend so ein Quatsch. Ohne dass da noch ‘ne andere Schicht drunter ist. Und ich habe eben hier versucht, unheimlich gesellschaftskritisch zu sein, ein paar philosophische Ansätze zu knüpfen und ja… genau. Aber hauptsächlich ist es sehr viel Gesellschaftskritik. Ich glaube, früher oder später nimmt sich das nicht aus. Ich hab‘ aber auch schon mal gesagt, dass dieser Spiegel der Schöpfung - ich meine, wir sind jetzt keine Kreationisten oder sowas, generell sind wir nicht wirklich religiöse Menschen - aber es ist halt der Till Eulenspiegel der Gesellschaft. Und wie das auch bei Dystopien und Horrorfilmen und Science-Fiction-Filmen immer war – das, was gerade aktuell die Gesellschaft prägt, ist auch das, was ihr momentan am meisten Angst macht. Das war vielleicht als die erste „Mirror Of Creation“ rauskam, Dolly, das Klonschaf. Da hatten die Leute eben Angst, dass Menschen geklont werden. Darum geht es ja quasi auf der ersten „Mirror“. Auf der zweiten „Mirror“ ging es eher um Moralwerte. Weil wenn du das Ganze dann rumdrehst und feststellst, das ist auch mit Krankheit verbunden, mit so ‘ner Seuche, was am Schluss ja rauskommt, und die Perspektive wird so gedreht, dass diejenigen, die die Bösen im ersten waren, eigentlich gar nicht die Bösen waren, sondern derjenige, der damals erst mal alles in die Luft gesprengt hat. So wird der Held quasi zum Bösen weil man plötzlich merkt: „Moment, da hat die Perspektive einfach nicht gestimmt“, aber das stellt die Moral wieder in den Vordergrund und ich glaube, das war zu diesem Zeitpunkt grade so ein Ding. Da war die Welt schon ziemlich durch. Obwohl sie jetzt richtig kaputt ist. Ich glaube, auf der Vierten, da überlege ich, ob ich da was mit Verschwörungstheorien mache.

Oliver: Au ja…

Anne: Chemtrails!

Martin: Oh, Chemtrails, ja! Da geht’s um Chemtrails und um Aldubarane die hier mit der stärksten politischen Macht… [lacht]. Grade gestern wieder was geguckt, ich könnte da jedes Mal ausrasten… aber egal.

Anne: Was bedeutet dieses „Project Ikarus“? Woher kommt das, in welchem Zusammenhang steht das mit der Story?

Martin: Das ist im Endeffekt die Ursprungsversion von Ikarus, die erzähl ich dir irgendwann mal bei ‘nem Bier. Und zwar einem mit Alkohol drin. Aber hier geht es tatsächlich um diese Idee, dass ein System uns vorgibt, wie man zu leben hat, damit man ausmerzt, dass es Konflikte gibt, dass man diese zwischenmenschlichen Konflikte schon von vornherein ausschließen kann. Weil du eben alles im Voraus schon planen kannst. Also wenn du ein super System hättest, da gibt’s ja auch so ein paar Ansätze dazu. So ein paar Dinger, wenn du alle Fakten hättest, könntest du bestimmte Dinge voraussagen. Und die Maschine sagt voraus, wer zu wem passt und wo es nie Streit gibt. Oder wer welchen Job machen muss und dieses und jenes und lauter so Zeug. Aber sowas ist ja definitiv zum Scheitern verurteilt. Und deshalb ist halt der Plan von diesem Projekt gewesen gen Sonne, und Richtung Friede, Freude, Eierkuchen zu fliegen und es ist eben genau wie Ikarus gefallen.

Anne: Wie kamt ihr auf die Idee, ein Gedicht von Edgar Allan Poe zu vertonen?

Martin: Das wollte ich schon immer machen. Ich bin ein riesen Fan. Und gerade dieses Gedicht geht mir halt richtig gut ab. Und der Witz ist, dass als ich das Konzept geschrieben habe, war das noch in so ‘ner Rohphase bis ich dann irgendwann bei einem Song dachte, da passt „Dream Within A Dream“ eventuell drauf als Text. Und dann hab‘ ich das versucht und fand das richtig geil. Und der Witz ist, durch das Gedicht ist das Konzept für mich dann erst rund geworden. Weißt du, das war so’n Ding. Also ich bin ein großer Edgar-Allan-Poe-Fan. Das liegt aber auch an - das darf ich jetzt gar nicht sagen…

Rainer: Echt jetzt?

Martin: Nee, das darf ich jetzt nicht sagen.

Rainer: Sag‘s mir ins Ohr, ich verrat‘s nicht!

Martin: Alan Parsons. Das liegt am ALAN PARSONS PROJECT. Ich habe – keine Ahnung, da war ich zwölf oder so – da hab‘ ich die „Tales Of Mystery And Imagination“ gehört und da sind eben auch Teile von Edgar Allan Poe vertont worden. Also, das ganze Album ist eine Vertonung von Edgar Allan Poe und danach hab‘ ich auch viel davon gelesen. Und find ihn halt echt schweinegeil.

Anne: Ihr habt bei dem Song „Bread And Circuses“ am Anfang ein Element aus „Succubus“ wiederholt…

Rainer: Ahh! Das haben schon mehrere gesagt und ich musste nochmal reinhören, ob das wirklich so ist.

Oliver: Das ist uns ehrlich gesagt gar nicht aufgefallen.

Rainer: Es ist nicht von der Hand zu weisen.

Oliver: Aber es stimmt schon.

Rainer: Das ist uns aber erst aufgefallen, als das jetzt schon öfters angesprochen wurde.

Martin: Mir ist es tatsächlich einen Tag vorher aufgefallen, bevor es jemand gesagt hat. Da dachte ich, sag mal, das erinnert mich doch auch irgendwie an „Succubus“. Und einen Tag später kam dann von jemandem…

Rainer: „Yeah, good idea!“ Macht ja nix. Klar! War geplant!

Martin: Es ist ähnlich. Sagen wir mal so, es ist ähnlich. Es ist nicht genau dasselbe, aber es ist ähnlich, weil’s halt so ‘ne schnelle Reihenfolge hat.

Oliver: Es ist ähnlich gespielt.

Rainer: Ich kann’s halt nicht anders…

Martin: Aber macht ja nix. So ein paar Trademarks darf man ja haben. Und so lange man nur sich selbst kopiert ab und zu mal…

Anne: Wie sind denn die Reaktionen der Fans bisher?

Martin: Sehr gut.

Rainer: Ja, muss ich sagen.

Martin: Also von denen, die jahrelang drauf gewartet haben, hat bis jetzt keiner gesagt „Oh Gott, sind die scheiße geworden!“. Nee, aber im Gegenteil, die meisten finden‘s echt total geil und sind froh und ich finde das echt krass, weil die Erwartungshaltung bei vielen Leuten nach den 10 Jahren extrem hoch war und trotzdem sind sie nicht enttäuscht. Im Gegenteil. Bis jetzt sehr gute Resonanzen.
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"Wir haben davon überhaupt gar nichts mitbekommen, dass so viele Leute wirklich auf das Album warten."

 



Rainer: Eigentlich erschlägt es uns ein bisschen. Ich hab da manchmal ein richtig komisches Gefühl. Im Magen. Was da noch alles kommen könnte. Denn ich habe auch damals im Studio schon gesagt, als John seine Drumspuren eingespielt hat, da habe ich schon gesagt, ich habe so ein komisches Gefühl bei dem Album. Irgendwie ist alles so rund, es passt so alles und die Resonanzen sind alle so positiv und jeder hat irgendwie drauf gewartet obwohl wir eigentlich… also das war wie aus- und eingeschaltet. Wir haben davon überhaupt gar nichts mitbekommen, dass da so viele Leute wirklich auf das Album warten.

Martin: Was ich halt total krass finde - das ist aber auch das Schöne an den Fans dieser Musik: dass das nichts so oberflächliches ist. Das ist jetzt nichts, wo man nach 10 Jahren zurückkommt und sich keiner mehr daran erinnert oder sich denkt „Die hätten auch bleiben können wo der Pfeffer wächst.“. Sondern wenn man denen früher gut gefallen hat, das ist das Schöne an dieser Szene, dass die Leute froh sind und das total geil finden, wenn man wieder was macht.

Wir werden vom Kellner unterbrochen, der Martin seine Bestellung serviert. Somit ist Martin dann erst mal hauptsächlich mit Kauen beschäftigt und in der Folge kommen Oliver und Rainer öfter zu Wort.

Oliver: Eigentlich hat überhaupt niemand eine schlechte Kritik abgegeben oder so. Also, es war noch keiner dabei, der gesagt hat „Boah!“. Ja, außer Anne, die gesagt hat, die letzte war besser. [alle lachen]

Anne: Ich hab‘ nicht gesagt besser!

Oliver: Das hat’s ein wenig runtergerissen.

Martin: Die Tales war vielleicht ein biiiiiißchen besser.

Oliver: Aber selbst Leute, die das gar nicht kennen, die das jetzt gehört haben… „Ultragut und überragend.“

Rainer: Ich krieg selbst Facebookposts und Nachrichten. Ich habe die alle auch schon angeschrieben und gebeten mir Freigabe zu erteilen das verwenden zu dürfen. Wir sammeln das und werden dann zu gegebener Zeit, wenn ein wenig Material zusammen ist so, ja, Stimmen halt, mal veröffentlichen, wie das Album so ankommt und was die Fans sagen. Verschiedene Fotos wurden schon zugeschickt mit „Hab‘ se endlich!“ und so weiter und so fort und das witzige ist, es ist wirklich weltweit. Das ist jetzt nicht nur auf Deutschland oder Europa bezogen, sondern auch Australien und so.

Martin: Ja, da haben wir den Brent sitzen und so.

Oliver: Japaner haben wir dabei.

Rainer: Und USA. Ich wusste gar nicht, wie verrückt die Amis irgendwie da auf das Zeug sind. Da kommen extrem viele Reaktionen. England ist ziemlich stark, habe ich heute grade nochmal nachgeguckt.

Martin: Echt?

Rainer: Ja, England. Das überrascht uns und das finden wir auch echt total super.

Martin: Hoffentlich geht da auch live was…

Anne: Das kommt später!

Martin: Ok, haha.

Anne: Warum sind denn Tom [Diener] und Chris [Dörr] nicht mehr dabei?

Rainer: Ich kann das gar nicht genau beantworten. Es hat sich vielleicht durch den schleichenden Prozess so ergeben, dass sie nicht mehr dran geglaubt haben, dass wir nochmal irgendwas machen. Weil wir wirklich wie ausgeschaltet waren eine gewisse Zeit lang. Wir standen zwar immer mit Chris, eigentlich eher noch als mit Tom, in Kontakt zu der Zeit und bekamen auch immer wieder Rückmeldungen von Chris, ja, er wartet das schon ab, aber er macht auch seine Projekte jetzt, er hat doch jetzt diese Band, wie heißt die noch?

Martin: Keine Ahnung. Er war bei SAMARAH zwischendurch…

Rainer: SAMARAH, genau!

Martin: Da ist er jetzt aber nimmer, ich habe heute gesehen, der hat irgendeine Coverband am Start jetzt mit Joey [Siedl, derzeit bei ARCHITECTS OF CHAOZ aktiv, auch aus dem Saarland – wie ich schon sagte, wir kennen uns alle, Anm. d. Verf.].

Oliver: Auf jeden Fall habe ich die mit einem anderen Bassisten jetzt gesehen, also ist er nicht mehr dabei.

Rainer: Das war auch ziemlich gut, das hat er irgendwo parallel gestartet und es gab nur wieder die Rückmeldung, sobald wir soweit sind und einen Bassisten brauchen, wäre er wieder dabei…

Oliver: Bei Tom war es wohl der schleichende Prozess, dass er irgendwann gesagt hat…

Martin: …das dauert ihm alles zu lange.

Rainer: Ja, quasi. Er hat sich auch beruflich wieder umorientiert.

Martin: Er hat auch musikalisch glaube ich momentan mehr Lust auf so straightere Sachen. Lustigerweise. Obwohl Tom halt vorher genau das Gegenteil war. Aber das ist halt so. Manchmal stresst sowas auch.

Rainer: Die Geschichte hätte auch genauso gut andersrum ausgehen können. Er hätte genauso gut sagen können, alles klar, Rock’n’Roll. Fertig. Aber es hat sich halt nicht so ergeben.

Anne: Die nächste Frage hat der Martin ja eben fast schon beantwortet: Wie seid ihr an die andern beiden gekommen?

interview TE 05Martin: Als ich mit [Vivien] Lalu auf so einer kleinen Tour in den Niederlanden war, da haben wir auf einem Festival gespielt, und da hat auch der John Macaluso mit so einer zusammengewürfelten Band gespielt. Und da hab‘ ich den halt kennengelernt und ein bisschen Party gemacht abends, ein bisschen gequatscht und so, super Typ, und der hat auch für den Viv irgendwas einspielen wollen oder so was ähnliches. Da bin ich mir jetzt nicht ganz sicher. Auf jeden Fall sind wir halt so in Kontakt gekommen und ich habe ihn dann einfach irgendwann angeschrieben, und gefragt ob er sich an mich erinnert, da wir ja nachts so viel Spaß hatten und so. Ja, er konnte sich genau erinnern. Er sagt ja heute noch, ich sehe einem seiner besten Freunde irgendwie ähnlich. Der hat wohl auch ‘ne Glatze… Ja. Das ist immer mit ‘ner Glatze und Goatie, was alle Männer in ‘nem bestimmten Alter irgendwann kriegen…

Rainer: Nö.

Martin. Ja, odern Zipfel. Ja, und deswegen. Er konnte sich erinnern und da haben wir uns halt etwas unterhalten, haben ihm das Zeug geschickt, er fand’s total geil, kam rüber, hat‘s eingespielt und…

Oliver: …war happy.

Rainer: Der ist jedes Mal happy.

Martin: Der ist megahappy. Der freut sich total, das Zeug gefällt ihm richtig gut. Ja, und der sitzt jetzt in Italien und teilt das Zeug fleißig und so. Er macht halt viel mit LABYRINTH. Da ist er auch so ein bisschen gefangen. Deswegen ist das jetzt nicht so, dass er jetzt der offizielle Schlagzeuger ist, aber er wird bei den Livesachen dabei sein, hat er gesagt; also er macht das auf jeden Fall. Und beim nächsten Album macht er auch wieder mit. Er ist jetzt kein festes Bandmitglied, aber irgendwie ist er trotzdem ständig dabei.

Rainer: Offiziell dürfen wir das nicht nennen, das sagte er auch schon vorher, aber inoffiziell ist es halt so, dass wir auf lange Sicht mit ihm planen.

Oliver: Das sind halt einfach diese vertraglichen Sachen, die halt da dem ganzen einen Riegel vorschieben. Und der ist bei Frontiers mit LABYRINTH und die sind da wohl ganz, ganz strikt in solchen Sachen.

Martin: Wahrscheinlich weil es auch um Termingeschichten und sonst irgendwas geht. Aber ich denke, wenn der früh genug Bescheid weiß, kriegen wir das hin.

Rainer: Querfeuer und was weiß ich nicht alles. Bloß nicht mit anderen Bands in Verbindung bringen und lauter so Zeug eben.

Oliver: Das ist halt mit ein Grund, warum wir das jetzt alles selbst machen.

Martin: Ja.

Anne: Wie hat sich das Songwriting in dieser Konstellation gestaltet oder waren die beiden quasi gar nicht beteiligt?

Oliver: Also die haben sich auf ihre Art schon eingebracht.

Rainer: Ja, tierisch.

Oliver: Verbessert, sagen wir mal so. Der John hat es enorm verbessert. Also die Vorgaben vom Drumcomputer waren halt da. Er hat sich das angehört, ist ins Studio gegangen und hat alles, was er besser machen kann, noch besser gemacht. Das war halt das wichtige.

Martin: Ein paar Parts hat er so dermaßen anders gespielt als der Drumcomputer, dass ich im ersten Moment so ein bisschen zusammengezuckt bin, weil ich dachte, „Aaaah, das war bei der Vorproduktion aber anders!“.

Oliver: Aber nur weil man es anders gewohnt war.

Martin: Weil man es anders gewohnt war. Ich muss aber sagen, inzwischen bin ich so froh, dass er das geändert hat. Sachen, die irgendwie so durchgehend waren, die sind jetzt Halftime und umgekehrt, oder so ein paar Gegenbeats, die er da mit eingebracht hat… es ist schon sehr, sehr geil. Er ist echt ein Monster. Ich hab‘ - ganz ehrlich - ich hab‘ noch nie mit ‘nem Progschlagzeuger zusammen Musik gemacht, der so auf das Schlagzeug einhaut. Die meisten sind ja eher so filigran und verspielt... Also er spielt dann filigran und verspielt, aber das Schlagzeug geht halt trotzdem zu Bruch irgendwann. Das ist unglaublich.

Oliver: Da ist alles festgetapt, festgeschraubt, zwischen zwei Aufnahmen, also in 30 Sekunden zwischen zwei Aufnahmen ist der schnell reingerannt und hat mit dem Akkuschrauber ein Becken nochmal angeschraubt, weil er das umgehauen hat – das war schon sehr lustig.

Martin: Wahnsinn.

Oliver: Es gibt auch noch ein bisschen Material. Vielleicht dürfen wir das irgendwann mal irgendwo veröffentlichen.

Anne: Also Videomaterial?

Martin und Oliver: Ja, Bildmaterial!

Oliver: Videomaterial. Sehr lustig.

Anne: Wird es denn auch Konzerte geben?

Rainer: Bitte, bitte, bitte, bitte, bitte!

Anne: Das frag‘ ich euch!

Martin: Also, von unserer Seite aus: ja. Aber von der Veranstalterseite aus muss eben klar sein, wir würden gerne mit Mike und mit John spielen und das heißt für einen Appel und ein Ei können wir da jetzt natürlich nicht auftreten. Das heißt, wir haben erst mal eine Logistik für zwei Leute, die ein bisschen aufwändiger ist als für eine ortsansässige Band, und dann ist es ja schon so, dass das Berufsmusiker sind, die nicht umsonst spielen. Das heißt, wir müssen gucken, dass wir eine dementsprechende Gage bekommen, aber dann sind wir durchaus bereit jederzeit auf allen Bühnen…

Rainer: Auf allen! Das ist wichtig!

Martin: …auf allen Bühnen auf dem Ensheimer Dorffest zu spielen.

Rainer und Oliver: Nein!

Anne: Aber konkrete Pläne gibt es jetzt noch nicht, oder?

Oliver: Doch, schon. Es gibt schon konkrete Pläne. Wir dürfen halt noch nicht drüber reden.

Martin: Es sind halt manche Sachen, die muss man auch ein bisschen vorausplanen.

Rainer: Wir haben auch schon feste Buchungen für 2019. Aber auch das sind Sachen, die sind erst später mal spruchreif oder dürfen erst später veröffentlicht werden. Ja. Wir arbeiten ja mit Dr. Music zusammen als Promoagentur. Die würden auch unsere Livesachen machen. Da haben wir ja demnächst nochmal einen Termin mit denen um mit denen alles durchzusprechen. Die wollten eigentlich nichts mehr buchen, würden jetzt aber doch wieder für uns buchen. Und die haben wir halt gebeten, eine Tour zu planen mit Bands in unserer Größenordnung oder in ‘ner kleinen Größenordnung halt, um ein möglichst passendes Package zu machen. Europaweit erst mal. Ja, um mal ein paar Namen zu nennen, vielleicht SEVENTH WONDER, CIRCUS MAXIMUS, PAGAN’S MIND, so die Richtung. In der Größenordnung halt. So Co-Headlinergeschichten, oder je nachdem, wer halt zusagt, die erste und die zweite Band fest platziert und dann jeweils mit lokalem Support, sowas wollten wir eigentlich schon machen. Und nach Möglichkeit auch auf Bühnen, die etwas größer sind, weil wir visuell ein bisschen was machen wollten. Also ein bisschen größer im Sinne von nicht vielleicht 2 x 3 Meter, sondern 8 x 5 Meter, das wäre schon in Ordnung.

Martin: Man sollte draufpassen. Wir sind ja keine sieben Leute.

Rainer: Ein bisschen was Visuelles wollten wir halt auch machen. Und die Instrumente sind auch nicht so groß bei uns.

Oliver: Kommt drauf an.

Martin: Genau! Es sei denn, du fängst jetzt demnächst an, Dudelsack zu spielen.

Oliver: Genau, ich könnte ja drei Keyboards aufbauen. Ich bau mir so eine Burg. Eine Keyboardburg.

Martin: Ich dachte, das geht zum Minimalismus zurück? Wo dann alles nur noch…

Oliver: …nur noch Knöpfchen drücken ist.

Martin: Da hast du dann das iPad um den Bauch, wo du dann immer die Knöpfe drückst und noch so ein kleines Casiomodul in der Hand.

Oliver: Appgesteuert. Ich stell‘ mich ins Publikum, höre zu und drücke nur noch Apps. Das ist geil!

Martin: Die Musik der Zukunft. Knöpfe drücken.

Oliver: Ja, unbedingt!

Rainer: Und natürlich irgendwann, da spinnen wir jetzt mal etwas rum, die ganze Trilogie - bis dahin hoffentlich noch Trilogie vielleicht auch schon vierter Teil - so am Stück aufzuführen. Aber an einem Abend ist das glaube ich ein bisschen quälend für alle.

Martin: Für mich.

Rainer: Auch fürs Publikum. Ich hab‘ das mal zusammengerechnet, das sind dann schon dreieinhalb Stunden Musik.

Anne: Das geht doch noch.

Rainer: Ja, das geht schon, mit Pausen. Ja, ich dachte, „Mirror I“ - Pause – „Mirror II“ – Pause – „Mirror III“. Das würde mir so langfristig vorschweben. Aber da braucht man auch eine geeignete Location, und ein bisschen Vorarbeit – live - dass auch die Leute kommen. Weil leider ist es ja in Deutschland so, dass das niemanden interessiert. Zumindest war das 2008 und 2009 und auch 2010 so. Live kommt da irgendwie wenig. Mal gucken.

Oliver: Wir kennen das mit den Grenzen…

Anne: Ja, das passt auch zu meiner nächsten Frage. Habt ihr das Gefühl, dass die Zusammenarbeit mit Nichtsaarländern euch promomäßig was gebracht hat?

Oliver: Definitiv. Jetzt nein zu sagen wäre Quatsch. Das sind bekannte Namen, klar haben die ihren Teil dazu getan, dass auch mehrfach nachgefragt wurde, dass auch viele Magazine sich das Material überhaupt anfordern von der Promoagentur. Das ist bestimmt auch ein Verdienst von den beiden.

Anne: Dann wäre ich im Prinzip schon am Ende. Ich danke euch für das Interview!



interview TE 01

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