interview JacksonFirebird 20140510 00Nachdem ich mit JACKSON FIREBIRD eine weitere Band durch ihre unglaubliche Liveshow entdeckt habe und nach wie vor ihr Album "Cock Rockin" auf Dauerrotation höre, musste ich unbedingt mit einem der beiden ein Interview führen. Also hörte ich bei Dale mal nach, was bei den Australiern dieses Jahr noch so ansteht. Dabei kam ein sehr interessantes und lustiges Interview heraus, bei dem einmal mehr klar wird, welch interessanten Humor die Band doch hat.

Pascal: Hallo Dale, vor einigen Wochen konnte ich euch zusammen mit SCORPION CHILD in Saarbrücken sehen. Ich muss schon sagen, ihr habt eine wirklich unglaubliche Liveshow. Nachdem ich nun euer erstes Album gehört habe, würde ich gerne etwas mehr über JACKSON FIREBIRD erfahren. Kommen wir also zu meiner ersten Frage, wie lange macht ihr beiden schon Musik zusammen?

Dale: Wir jammen schon zusammen seit wir Teenager sind. Es begann durch unsere gemeinsame Liebe zu Bands wie SPIDERBAIT und den BLACK KEYS, wodurch wir bei ein paar Bier zusammen ihre Songs schmetterten.

Pascal: Habt ihr jemals darüber nachgedacht eine dritte Person zur Band zu holen? Oder gefällt es euch zu zweit unterwegs zu sein?

Dale: Wir sind immer noch auf der Suche. Kennst du vielleicht jemanden? Bevorzugt eine heiße Dame oder etwas in der Art.

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Pascal: Bist du zufrieden mit dem Sound eurer Platte? Ich finde, dass er wirklich gut geworden ist. Die Platte klingt fast wie euer Livesound auf der Bühne, was heute eher eine Seltenheit ist.

Dale: Als wir für die Aufnahmen zu "Cock Rockin" ins Studio sind, hatten wir von Anfang an die Absicht unseren Livesound zu reproduzieren. Während den Aufnahmen spielten wir beide im gleichen Raum, was uns bei einigen Teilen und der eigenartigen Pausen bei den Songs geholfen hat. Alles wurde auf Band aufgenommen, womit wir versucht haben dem Scheiss treu zu bleiben der früher gemacht wurde. Die Takes hatten wir auf ein Minimum reduziert, und wir spielten, als würden wir vor haufenweise besoffenen Kerlen stehen, die uns „Play some fuckin Barnsey!" zurufen.

Pascal: Wer hat die Scheibe produziert?

Dale: Wir haben sie selbst mit der Hilfe von Mick Wordley produziert. Mick ist ein richtiger „Tape-Guru" und eine Soundtechniklegende in Australien. Er wusste genau wonach wir suchten und war uns seine sehr große Hilfe.

Pascal: Was für ein Schlagzeugteil benutzt ihr bei dem Song "Goin Out West"?

Dale: Ich habe einen Getränkekasten und eine "maßgeschneiderte" Keksdose verwendet. Es ist ein sehr einfaches Konzept, welches das Schlagzeug auf das Wesentliche reduziert, worauf ich dann mit meinen Pranken spiele.

Pascal: Auf einigen Songs klingt es so, als würdet ihr, wie auf euren Konzerten, ein Megaphon verwenden. Habt ihr wirklich mit einem Megaphon aufgenommen oder ist es nur ein Effekt vom Studioboard?

Dale: Es gibt einige Songs mit einem Megaphon und einige mit einem Effekt, der so abgedroschen klingt wie ein Megaphon.

Pascal: Ihr beschreibt eure Musik schlicht als „Cock Rock". Aber ich denke, es ist mehr als das und wirklich schwierig, ein Genre für diese unglaublich abwechslungsreiche Musik zu finden. Wie würdest du eure Musik beschreiben?

Dale: „pretty stoopid high energy sweaty ballsey dirty simple old school rock'n'fuck'n'roll.". Wir klingen so, als wäre LITTLE RICHARD total betrunken, hätte vergessen, wie man sauber spielt und flucht sich die Seele aus dem Leib, währenddessen er mit seinen bloßen Händen Scheisse zerschmettert.

Pascal: Was sind eure Lieblingsbands und wo liegen eure Haupteinflüsse?

Dale: Ich bin mit ELVIS PRESLEY, LITTLE RICHARD und den ALLMAN BROTHERS groß geworden. Später fand ich meine Liebe zu PANTERA und METALLICA, aber es ist immer sehr schwierig sich auf irgendwelche Bands festzulegen, gerade als „Haupteinfluss". Es gibt haufenweise coole australische Bands, die du unbedingt mal hören solltest, so was wie SPIDERBAIT, JET und REGURGITATOR.

Pascal: Wo nehmt ihr eure Inspiration für die Musik her?

Dale: Bier und Langeweile.


"Harvs hat ein Tattoo eines "Firebirds" auf seinem Sack, und seine Lieblingsband ist MICHAEL JACKSON"

So kann ein Bandname auch entstehen.


Pascal: Wer schreibt die Texte für die Songs?

Dale: Wir übernehmen das beide, es kommt immer auf den Song an. Bei den Songs, die ich singe, habe ich die Texte geschrieben, und der Rest verteilt sich.

Pascal: Gibt es eine Botschaft in den Songs? Ich meine, alle sind sehr lustig, und das ist wirklich cool, aber wollt ihr den Leuten auch etwas sagen?

Dale: Wir schreiben nicht wirklich Songs um lustig zu sein, den Planeten zu retten oder unsere Meinung über irgendetwas kund zu tun. Die Songs starten normalerweise mit einer Melodie oder einem Riff. Die Texte kommen erst dann zustande, wenn diese beiden Dinge stehen. Ich denke es ist wichtig, dass die Texte Sinn ergeben, aber sehr oft tun sie das nicht und passen einfach nur zum Rest des Tracks.

Pascal: Kannst du den Songwriting-Prozess bei JACKSON FIREBIRD erklären?

Dale: Mein Handy ist voll von gesungenen Riffs und Melodien von mir. Würde ich mein Handy verlieren und irgendjemand würde sich all diese Voicemails anhören, würde er sicher denken „Was für ein Schwanzlutscher!". Wir kommen immer mal wieder zusammen und mischen alles was wir haben. Irgendwie passt dass dann immer zueinander. Die Hauptregel ist, wenn es keinen Spaß macht und keine echte Herausforderung ist, es live zu spielen, dann ist es nicht wert, weiter daran zu arbeiten.

Pascal: Welche Bedeutung hat der Name JACKSON FIREBIRD?

Dale: Harvs hat ein Tattoo eines "Firebirds" auf seinem Sack, und seine Lieblingsband ist MICHAEL JACKSON.

Pascal: Hat euch die Tour mit SCORPION CHILD gefallen?

Dale: Es hat unglaublich viel Spaß gemacht, 19 Shows in 20 Tagen, von Land zu Land fahren, mit schmutzig denkenden Schweden und Yankees abhängen, belgisches Bier trinken und dreckigen Rock spielen. Das ist genau das, wovon ich als Kind immer geträumt habe, und es ist so cool, dass es jetzt wirklich passiert. Ich bin bereit, es jederzeit wieder zu tun.

Pascal: Haben euch SCORPION CHILD als Vorband eingeladen, oder war es eine Entscheidung des Labels?

Dale: Ich bin nicht sicher, wie genau das Ganze zusammenkam, aber unser Label dachte, es sei eine gute Möglichkeit zu sehen, wie wir in Europa ankommen. Außerdem konnten wir damit unser Album „Cock Rockin" präsentieren.

Pascal: War es euer erster Trip nach Europa und Deutschland?

Dale: Ja, sowohl als Band als auch als Person. Deutschland ist super! Das ganze Land gefällt mir, und jeder, mit dem wir zu tun hatten, waren sehr nett und zuvorkommend.

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Pascal: Habt ihr zuvor in Australien bereits viele Shows gespielt?

Dale: Wir haben in Australien ein paar Gigs gespielt. Die Isolation von Australien ist so eine Art Falle für die australischen Bands. Es ist sehr einfach, daheim eine Anhängerschaft aufzubauen und dabei zu vergessen, dass es da draußen auch noch Leute gibt, die ein paar Hirnzellen zerstören und zu "Aussie Bogan Rock'n'Roll" abgehen wollen.

Pascal: Ihr entfesselt auf der Bühne eine wirklich wahnwitzige Energie, und einen guten Sinn für Humor habt ihr noch dazu. Plant ihr eure Shows vorher durch, oder seid ihr eher spontan, was das angeht?

Dale: Einige Teile der Show haben sich bewährt und sind erprobt. Es gibt da einen Teil bei einem Song, bei dem ich Harvs alleine an seiner Gitarre stehen lassen kann. Er ist davon immer total angepisst, vor der Show fragt er mich immer: „Du lässt mich mit dem Riff heute Abend nicht so lange allein, oder?" – „Nein, keine Sorge Kumpel". Lutscher...! Das ist meine einzige Chance, ihn wirklich zu ärgern, was für mich immer sehr gut funktioniert.

Pascal: Habt ihr bereits Zukunftspläne für die Band?

Dale: Wir haben vor, dieses Jahr ein weiteres Album zu veröffentlichen.

Pascal: Ist es in Ordnung, wenn ich frage, wie alt ihr seid?

Dale: Ich bin 52 und Harvey ist 13. Die Dynamik ist wirklich ziemlich gruselig auf der Bühne.

Pascal: Als Musiker bin ich immer sehr am musikalischen Background einer Band interessiert, dem Equipment etc. Habt ihr irgendwelche Favoriten?

Dale: Das Megaphon ist ein wirklich großartiges Tool zum Singen. Ich drücke meinen Mund gerne ganz fest an den Mikrofonteil, dann klingt alles sehr abgedroschen. Allerdings ist es mal ein Hit und mal ein Flop. Es ist bekannt dafür, an einem Gig überhaupt nicht zu funktionieren, am Tag darauf funktioniert es dann wieder problemlos.

Pascal: Habt ihr euch alles selbst beigebracht oder hattet ihr Unterricht?

Dale: Ich bekam Schlagzeugunterricht von einem Schlagzeuger, der besessen von Country war, also lernte ich viele CHARLIE PRIDE und WILLY NELSON Songs. Es ist unglaublich, wie viel du von dir selbst lernen kannst durch bloßes Lieben, Hören und Spielen von Musik.

Pascal: Ok, ich hoffe euch bald wieder live zu sehen. Bis dahin werde ich mir eure Platte immer und immer wieder anhören, bis der „Cock Rock" komplett entfesselt ist! Vielen Dank für deine Zeit.

Dale: Mein Freund, du bist wirklich verdamt klasse! Vielen Dank für deine Fragen, die sind wirklich großartig. Bitte entschuldige meine dummen Antworten!! Hoffentlich können wir irgendwann mal ein paar Bier zusammen zischen. Kannst gerne meine Aussprache, Punktsetzung, usw. korrigieren. Außerdem noch vielen Dank für die netten Worte. Viele Grüße Dale.

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(Quelle Fotos: Archiv Neckbreaker.de / Offizielle Promofotos)

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