live 20141115 02 00 RivalSons newSchon lange habe ich keinem Konzert mehr so entgegen gefiebert wie dem der RIVAL SONS in Luxemburg. Seit ihrem Output „Pressure & Time" verfolge ich die Karriere der Band und wurde bisher von keinem der nachfolgenden Alben enttäuscht. Live las ich bisher sehr gemischte Meinungen, von phänomenal über langweilig bis hin zu arrogant war fast alles dabei. Auch aus diesem Grund musste ich mir endlich selbst ein Bild von der Band und ihren Livequalitäten machen. Somit begab ich mich an einem leicht regnerischen Novemberabend auf den Weg nach Luxemburg, um dort im "den Atelier" einen der stimmigsten Konzertabende seit Langem zu erleben.

JAMESON
Erst einen Tag vorm Konzert las ich davon, dass als Support ein kalifornischer Songwriter namens JAMESON auftreten würde. Normalerweise erwarte ich nicht sonderlich viel von Vorbands, und als häufiger Konzertsänger weiß ich, dass man oft eher froh ist wenn die jeweilige Support-Band von der Bühne geht. Doch nachdem ich bereits auf der Webseite einen Song aus dem aktuellen JAMESON-Album „Pronto" hören konnte, wuchsen meine Erwartungen an das Konzert und es bahnte sich an, dass es dieses Mal anders sein sollte. Schon des Öfteren habe ich mir die Frage gestellt, woran man echtes Talent erkennt. Diese Frage ist recht schwierig zu beantworten, doch eines ist sicher, wenn ein Mann allein auf eine Bühne tritt, seine Halbakustik auspackt und es schafft, nach nur einem einzigen Song ein prall gefülltes Haus zum Schweigen zu bringen, hat das definitiv was mit Talent zu tun. Abgesehen vom Applaus zwischen den Songs gelingt JAMESON genau das. Neben seiner wirklich einzigartigen Stimme überzeugt er auch durch spielerisches und songschreiberisches Talent. So klingt jede der in den 30 Minuten vorgestellten Nummern sehr ehrlich und authentisch. Mit sehr viel Gefühl erzählt der Kalifornier Geschichten aus seinem Leben, dabei bedankt er sich zwischendurch bei den RIVAL SONS und auch beim Publikum für diese großartige Chance. Eine grundsolide Show, die mich seit Langem nochmal dazu brachte, auf einem Konzert eine CD zu kaufen, zu der auch eine Besprechung folgen wird.

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RIVAL SONS
Viel hatte ich gelesen, vieles gehört, doch letzten Endes muss man sicher immer mit eigenen Augen und Ohren überzeugen, und die RIVAL SONS haben mich an diesem Abend überzeugt. Es gibt sie immer noch, die Magie von Livekonzerten. Die knapp 95 Minuten lange Show beginnt pünktlich, anfangs aber noch etwas sperrig und zurückhaltend. So scheint es auf den ersten Blick so, als hätte nur Gitarrist Scott Holiday und Schlagzeuger Mike Miley richtig Lust darauf die Leute zum Rocken zu bringen. Sänger Jay Buchanan schaut nicht ins Publikum und wirkt nicht nur dadurch auf den ersten Blick ein wenig arrogant, Bassist David Beste blickt gelangweilt aus der Wäsche und Tour-Keyboarder Todd Ögren-Brooks wirkt deplatziert. Nach der ersten Publikumsansage ändert sich dieser Eindruck schlagartig und die RIVAL SONS sind nicht mehr zu bremsen. Neben dem grandiosen Bühnensound und der unglaublichen Stimme von Jay, die live genauso klingt wie auf Platte, überzeugt die Band auf ganzer Linie. Auch live versprüht die Band einen unglaublichen Groove, eben jener Groove lässt sogar die anwesende Security ein wenig mitwippen. Nur selten habe ich eine solche Atmosphäre auf einem Konzert erlebt. Die Bühnenbewegungen von Jay erinnern zuweilen sehr stark an die Sechziger, bei „Secret" lässt er sich sogar regelrecht auf die Bühne fallen, THE DOORS lässt grüßen.

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Die RIVAL SONS können mittlerweile auf vier erfolgreiche Alben zurückblicken, daher ist es auch für die Jungs aus Kalifornien mittlerweile nicht mehr ganz so einfach die Setlist zusammenzustellen. Von meiner Seite aus hätte die Band alle Alben spielen können, es gibt für mich eigentlich keinen Song, den ich nicht hören möchte. Da dies allerdings nur schwer möglich ist, musste auch ich mich damit abfinden, dass Abstriche notwendig sind. Die Jungs haben einen Mix aus allen vier Alben gezaubert, der sich sehen lassen kann. Dabei fällt vor allen Dingen auf, dass die Band sowohl bei ruhigeren Songs wie „Where I´ve Been", als auch bei richtig rockigen Nummern wie „Burn Down Los Angeles" das Publikum jederzeit fest im Griff hat und das Stimmungsbarometer nie abfällt. Unter Anderem mag dies wohl auch daran liegen, dass bei vielen der ruhigeren und ausufernden Nummern wie zum Beispiel „The Rich And The Poor" oder „Manifest Destiny, Part 1" viel improvisiert wird und zum Teil faszinierende Soloteile eingebaut werden, bei denen neben Scott Holiday auch Drummer Mike zeigen kann was er drauf hat. Das Ganze erinnert zum Teil sehr stark an Jamsessions der Marke LED ZEPPELIN. Auch die Reihenfolge der Songs ist gut gewählt, so kommt das Frühwerk „Tell Me Something" nach dem ausufernden epochalen „The Rich And The Poor" live viel besser rüber als auf Platte. Mit „Torture" hat mir die Band nach dem schmetternden „Burn Down Los Angeles" außerdem noch einen neuen Favoriten beschert. Nach der fantastischen Darbietung von „Pressure And Time" und „Get What´s Coming" verlassen die RIVAL SONS erst einmal die Bühne und kehren anschließend für drei Zugaben zurück. Dabei kocht die Stimmung im Saal regelrecht über, und beim Abschluss mit „Keep On Swinging" gibt es auch in den hinteren Reihen kein Halten mehr.

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Der Livesound der Band ist geradezu perfekt, und der typische Groove der Band kommt live genauso gut rüber wie auf Platte. Auch die Tatsache, dass die Band mit Todd Ögren-Brooks extra einen Keyboarder mit auf Tour nimmt, spricht für die hohe Qualität der Livedarbietung. Wobei Todd Ögren-Brooks eher im Hintergrund agiert, er übertreibt es nicht, sondern komplettiert an den passenden Stellen den Sound. Man hat also nicht das Gefühl, dass durch das Keyboard irgendein Bombast hinzugefügt wird. Der Backgroundgesang klingt ebenfalls klasse, auch wenn ich eingangs erwähnte, dass Bassist Dave Beste ein wenig gelangweilt dreinblicken würde.

Eindrucksvoll zeigen die RIVAL SONS wie Rock'n'Roll 2014 zu klingen hat und sind dabei live genau so einzigartig wie auf Platte. Dabei versprüht die Band auch live eine ganz besondere Magie, welche man fast schon als Aura bezeichnen könnte. In dieser ist man für den gesamten Zeitraum des Konzertes gefangen und wird erst wieder los gelassen, nachdem sich die Band auf der Bühne verabschiedet. Zusammen mit dem gelungenen Auftritt von JAMESON einer der stimmigsten und coolsten Konzertabende der letzten Jahre. Auch Fans härterer Klänge sollten sich die RIVAL SONS nicht entgehen lassen, hier kommt was Großes auf uns zu. (Pascal)


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Setlist RIVAL SONS:
The Good, The Bad And The Ugly (ENNIO MORRICONE Song)
Electric Man
Good Luck
Secret
Play The Fool
Good Things
Manifest Destiny, Part 1
Burn Down Los Angeles
Torture
Where I've Been
Rich And The Poor
Tell Me Something
Pressure And Time
Get What's Coming
----------------------
Open My Eyes
Face of Light
Keep On Swinging

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